KI und Active Sourcing verändern das Recruiting spürbar
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: News
Zusammenfassung: KI verkürzt Recruiting-Prozesse, senkt manuelle Aufwände und verlagert den Fokus auf schnellere, qualifizierte Einstellungen durch Active Sourcing.
KI beschleunigt Recruiting, Active Sourcing erweitert die Kandidatensuche
Celonis und Uniper verkürzen Einstellungsprozesse um 27 Tage
Der Münchener Software-Spezialist Celonis und der Energiekonzern Uniper haben ihre technologische Kooperation ausgeweitet. Im Mittelpunkt steht der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Beschleunigung geschäftskritischer Abläufe, insbesondere im Personalwesen.
Durch die Verbindung des Celonis Context Models mit dem Microsoft Copilot Studio wurde ein KI-Agent implementiert. In einem Pilotprojekt zur Talentakquise verkürzte sich die „Time-to-Sign“ laut ad-hoc-news.de durchschnittlich um 27 Tage. Gemeint ist damit der Zeitraum von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterzeichnung.
Auch die Screening-Phase, in der Bewerbungsunterlagen geprüft werden, wurde um 13 Tage verkürzt. Zuvor befanden sich beispielsweise 27 Kandidaten länger als 14 Tage in der Vorauswahl, ohne dass eine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Der neue KI-Agent automatisiert dabei Prozessschritte, die zuvor manuell bearbeitet wurden.
Die Zusammenarbeit zwischen Celonis und Uniper besteht seit fünf Jahren. Das System wird inzwischen in 27 unterschiedlichen Prozessen über acht verschiedene Quellsysteme hinweg eingesetzt. Bei Uniper nutzen mehr als 350 aktive Anwender die Technologie.
Die Anwendung soll künftig über das Recruiting hinaus ausgeweitet werden. Geplant sind unter anderem Einsatzbereiche in der Anlagenwartung, der Wasserkraft, dem IT-Service-Management, der Finanzabteilung und der internen Revision.
Besondere Bedeutung misst Uniper dem Energiehandel bei. Dort werden teilweise hunderte Transaktionen pro Stunde abgewickelt. KI-Agenten sollen komplexe Datenströme in Echtzeit analysieren und Ineffizienzen in Handelsabläufen unmittelbar identifizieren.
Technisch dient das Celonis Context Model als Verbindung zwischen den Rohdaten aus Unternehmenssystemen und der KI-Anwendung von Microsoft. Dadurch soll die künstliche Intelligenz die jeweiligen Prozesszusammenhänge berücksichtigen, bevor sie Handlungen vorschlägt oder ausführt.
Celonis ist weiterhin ein privates Unternehmen. Die aktuelle Bewertung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar unterstreicht laut ad-hoc-news.de die Bedeutung des Unternehmens im Bereich der Unternehmenssoftware. Die Partnerschaften mit Microsoft und global agierenden Konzernen wie Uniper stärken die Position von Celonis im Process Mining.
„Durch die Verknüpfung des Celonis Context Models mit dem Microsoft Copilot Studio wurde ein KI-Agent implementiert, der insbesondere im Personalwesen für massive Zeitersparnisse sorgt.“
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Die „Time-to-Sign“ bei Uniper verkürzte sich durchschnittlich um 27 Tage.
- Die Screening-Phase wurde um 13 Tage reduziert.
- 27 Kandidaten befanden sich zuvor länger als 14 Tage in der Vorauswahl.
- Die Technologie wird in 27 Prozessen über acht Quellsysteme eingesetzt.
- Mehr als 350 aktive Anwender nutzen das System bei Uniper.
Recruit Holdings setzt auf KI-gestützte Recruiting-Lösungen
Recruit Holdings stellte am 10. September 2026 auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference 2026 seine Strategie für das Recruiting-Geschäft vor. Wie Investing.com Deutsch berichtet, entwickelt sich Indeed von einer reinen Jobbörse zu einem Anbieter KI-gestützter Recruiting-Lösungen.
CEO Hisayuki Dekoba erklärte, dass das Unternehmen nicht mehr hauptsächlich Klicks auf Stellenanzeigen verkauft, sondern erfolgreiche Einstellungen. KI soll Arbeitgeber schneller mit qualifizierten Kandidaten zusammenbringen und die Preisgestaltung stärker an Qualität und Geschwindigkeit ausrichten.
Der durchschnittliche Umsatz pro Stelle in den USA, der ARPJ, stieg im letzten Berichtszeitraum um 35 %. Gleichzeitig sank die Zahl der Stellenanzeigen auf Indeed um 4 %. Recruit wertet diese Entwicklung als Hinweis auf eine gestiegene Preissetzungsmacht.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes pro Stelle in den USA | 35 % |
| Rückgang der Stellenanzeigen auf Indeed | 4 % |
| Take-Rate von Indeed | unter 1 % |
| Take-Rate traditioneller Personalvermittlungen | 15 % bis 20 % des ersten Jahresgehalts |
| Mittelfristiges Ziel für die operative Marge | über 50 % |
Das neue Modell nutzt KI, um vielversprechende Kandidaten zu identifizieren. Dekoba nannte als Beispiel einen Preis von 2,7 JPY für erfahrene Kandidaten gegenüber 0,1 JPY für weniger qualifizierte Bewerber. Arbeitgeber seien bereit, mehr zu zahlen, wenn sie qualifizierte Kandidaten innerhalb von ein oder drei Tagen erhalten, anstatt länger zu warten.
Recruit sieht zusätzliches Wachstumspotenzial in der weiterhin niedrigen Take-Rate von Indeed. Während traditionelle Personalvermittlungen 15 % bis 20 % des ersten Jahresgehalts berechnen können, liegt Indeed nach eigenen Angaben weiterhin unter 1 %.
Der HR-Markt hat laut Recruit ein Volumen von 350 Milliarden JPY. 65 % bis 70 % der Kosten entfallen demnach auf manuelle Arbeit. Das Unternehmen will deshalb Automatisierung und Produktivität in den Mittelpunkt stellen und nicht nur kurzfristige Umsatzkennzahlen betrachten.
Dekoba rechnet damit, dass die US-Arbeitsbevölkerung in den nächsten fünf Jahren um 6 Millionen Menschen schrumpfen könnte. Dies würde fast 4 % der US-Arbeitskräfte entsprechen. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt laut den Angaben bei etwa 4 %.
Recruit sieht KI dabei nicht als kurzfristigen Ersatz für Arbeitskräfte. Nach Einschätzung des Unternehmens verändert KI vielmehr die Art und Weise, wie Arbeit erledigt wird. Als neue Tätigkeiten werden unter anderem KI-Ethik-Manager, KI-Konversationsdesigner und KI-Prompt-Designer genannt.
„KI ist kein ’Job-Killer’, sondern vielmehr ein ’Job-Neugestalter’.“
Bei der Kundenakzeptanz zeigen sich Unterschiede zwischen Unternehmensgrößen. Kleinere Unternehmen und regionale Manager nehmen die neuen KI-Produkte schneller an als Großkonzerne. Gleichzeitig betrachtet Recruit große Unternehmen als einen umfangreichen und bislang nicht vollständig erschlossenen Markt.
Das Unternehmen spricht inzwischen gezielt Führungskräfte auf C-Level-Ebene an, darunter CFOs, COOs und CEOs. Marketing, Veranstaltungen, Sponsorings bei der Fußball-Weltmeisterschaft und der Formel 1 sowie die Veranstaltung Indeed FutureWorks sollen diese Gespräche unterstützen. Bei einer Veranstaltung führte Recruit innerhalb einer Woche mehr als 100 Gespräche mit Arbeitgebern.
Interne KI-Tools für Recruiter sparen nach Angaben von Recruit etwa 11 Stunden pro Woche und Recruiter ein. Der Erfolg wird anhand der Zahl der „qualifizierten Bewerbungen“ gemessen und nicht am reinen Bewerbungsvolumen.
Außerdem verschiebt sich der Fokus von „Cost per Hire“ zu „Time to Fill“. Für Kunden sei die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle aussagekräftiger als die reinen Kosten pro Einstellung. Kostenlose Anzeigen in den USA wurden erheblich reduziert, während sich Recruit auf Premium-Angebote konzentriert.
Premium Sponsored Jobs wurden in Kanada und den USA eingeführt und werden derzeit in der ANZ-Region getestet. Für unterschiedliche Aufgaben prüft Recruit mehrere große Sprachmodelle, darunter Claude, Gemini, ChatGPT und Salesforce Claude. Gemini wird in einigen Fällen zur PDF-Extraktion eingesetzt.
Die internationale Expansion hängt laut Recruit von den lokalen Vorschriften ab. Die Compliance-Arbeit sei insbesondere in der EU und in Japan wichtig. Recruit entwickelt Systeme für den EU AI Act und die japanischen Lizenzierungsvorschriften für Job-Empfehlungen.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Der ARPJ in den USA stieg um 35 %.
- Die Zahl der Stellenanzeigen sank um 4 %.
- Die Take-Rate von Indeed liegt unter 1 %.
- Der US-Arbeitsmarkt könnte in den nächsten fünf Jahren 6 Millionen Arbeitskräfte verlieren.
- Interne KI-Tools sparen etwa 11 Stunden pro Woche und Recruiter.
- Der HR-Markt wird mit 350 Milliarden JPY angegeben.
- 65 % bis 70 % der HR-Kosten entfallen auf manuelle Arbeit.
FirstBay setzt bei Arztstellen auf Active Sourcing
Viele Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Praxen erreichen mit klassischen Stellenanzeigen nicht alle geeigneten Bewerberinnen und Bewerber. Die FirstBay GmbH aus Goch setzt deshalb bei der Besetzung von Arztstellen auf Active Sourcing, wie openPR.de berichtet.
Das Unternehmen spricht geeignete Kandidatinnen und Kandidaten direkt in beruflichen Netzwerken und Datenbanken an. FirstBay ist seit 2018 im Gesundheitswesen tätig und unterstützt Auftraggeber bei der Rekrutierung von Fachkräften.
Der Ansatz richtet sich besonders an den ärztlichen Bewerbermarkt, in dem Fachärzte häufig nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Eine ausgeschriebene Position kann zwar sichtbar sein, erreicht aber nicht zwangsläufig diejenigen Personen, die fachlich und persönlich zur Stelle passen.
„Wer nur eine Anzeige schaltet, erreicht nur einen Bruchteil. Active Sourcing erschließt den verdeckten Markt“, sagt Gunther Bathen, Geschäftsführer der FirstBay GmbH.
Bei der direkten Ansprache werden geeignete Fachkräfte zunächst identifiziert und qualifiziert. Anschließend erfolgt eine gezielte Kontaktaufnahme. Im Mittelpunkt steht nicht die möglichst breite Streuung einer Anzeige, sondern die strukturierte Suche nach Personen, die grundsätzlich für eine konkrete Position infrage kommen könnten.
FirstBay kombiniert nach eigenen Angaben Online-Recruitment, HR- und Social-Media-Beratung sowie anzeigengestützte Suche mit Direktansprache und Rekrutierung. Auftraggeber im Gesundheitswesen sollen dadurch Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Kanäle und Botschaften erhalten.
Ein Schwerpunkt liegt auf Arztstellen in Kliniken, MVZs und Praxen. Bei der Ansprache von Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht aktiv nach einer neuen Stelle suchen, müssen Aufgabe, Arbeitsumfeld und Rahmenbedingungen schnell erkennbar sein.
Zur Vorbereitung gehören unter anderem Analysen zur Candidate Persona, Recruiting Checks sowie die Erstellung und Anpassung von Stellenausschreibungen. Diese Bausteine sollen helfen, Anforderungsprofil und Kommunikation vor Beginn der Suche zu schärfen.
FirstBay ordnet Active Sourcing als Bestandteil eines umfassenderen Recruiting-Prozesses ein. Dazu zählen auch Recruiting-Kampagnen, HR-Marketing und Employer Branding. Auf der Website des Unternehmens werden außerdem Arbeitgeber-Attraktivität-Assessment, AGG-Report sowie Analysen mit Gesamt-Score und Themenbewertung genannt.
Die Auswertung erfolgt nach den Angaben in der Quelle lokal im Browser, ohne Übermittlung an externe Server. Das Angebot richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider im Gesundheits- und Sozialwesen, die offene Positionen strukturiert besetzen möchten.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- FirstBay ist seit 2018 im Gesundheitswesen tätig.
- Das Unternehmen sitzt in Goch.
- Active Sourcing ergänzt klassische Stellenanzeigen.
- Der Schwerpunkt liegt auf Arztstellen in Kliniken, MVZs und Praxen.
- Zum Ansatz gehören Direktansprache, Analyse, Online-Recruiting, HR-Marketing und Employer Branding.
Quellen: