Recruiting-Trends: Fahrermangel, Teilzeitjobs und direkte Kontakte zu Recruitern

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Braun Recruiting spezialisiert sich mit digitalen Kampagnen auf die Gewinnung von Lkw-Fahrern und will künftig stärker im Schweizer Markt wachsen.

Recruiting gegen den Fahrermangel: Braun Recruiting setzt auf Spezialisierung

Der Fahrermangel zählt laut verkehrsrundschau.de seit Jahren zu den größten Herausforderungen der Logistikbranche. Braun Recruiting, eine Marke der Braun Consultancy GmbH, hat sich deshalb auf die Gewinnung von Lkw-Fahrern spezialisiert und entwickelt Recruiting-Kampagnen für Speditionen und Transportunternehmen.

Geschäftsführer Leonhard Braun bringt eigene Einblicke in den Fahreralltag mit. Er wuchs in Nordrhein-Westfalen auf und war regelmäßig mit seinem Vater unterwegs, den er als „einem LKW-Fahrer mit Leib und Seele“ beschreibt. „Ich weiß, was es bedeutet, morgens um 3 Uhr aufzustehen, den Lkw selbst zu beladen, sich um die Ladungssicherung zu kümmern und im Straßenverkehr unterwegs zu sein“, sagt der 38-jährige Braun.

Beruflich wechselte Braun später in die Luftfahrt und fliegt seit 2014 Airbus-A320-Maschinen für eine große deutsche Fluggesellschaft. Die Entwicklung in der Transportbranche verfolgte er weiterhin und beobachtete sowohl den zunehmenden Mangel an Fahrpersonal als auch die Unzufriedenheit vieler Beschäftigter mit ihren Arbeitsbedingungen.

Die Idee für Braun Consultancy entstand während der Corona-Pandemie. Nachdem große Teile des Luftverkehrs zeitweise zum Stillstand gekommen waren, suchte Leonhard Braun gemeinsam mit seiner Frau Olga nach einem weiteren beruflichen Standbein. Im Jahr 2021 gründeten beide die Agentur in Monheim am Rhein.

Ziel war es, Transportunternehmen und wechselwillige Berufskraftfahrer zusammenzubringen. Braun hatte sich bereits vor der Pandemie intensiv mit Online-Marketing beschäftigt. Die Personalsituation in der Logistik sowie persönliche Kontakte in die Branche führten dazu, dieses Know-how gezielt für die Fahrergewinnung einzusetzen.

Dreistufiges Konzept für die Suche nach Berufskraftfahrern

Braun Recruiting arbeitet nach einem dreistufigen Konzept. Zunächst sollen die vakanten Arbeitsplätze und damit der jeweilige Auftraggeber aus Sicht potenzieller Bewerber attraktiver dargestellt werden.

Im zweiten Schritt erstellt die Agentur Bildmaterial direkt vor Ort im Unternehmen. Das Team erhält dadurch zugleich Einblicke in betriebliche Abläufe und Arbeitsbedingungen. Anschließend wird ein mobil optimierter Onlineauftritt erstellt.

Die Website enthält ein Tool, über das sich Interessenten ohne Anschreiben oder Lebenslauf bewerben können. Relevante Qualifikationen werden bereits während dieses Prozesses abgefragt.

Nach Angaben des Unternehmens wurde das Konzept inzwischen bei mehr als 70 Kunden eingesetzt. Jede bisher umgesetzte Kampagne habe mindestens eine Neueinstellung hervorgebracht.

Die Kampagnen können bei Bedarf in weiteren Sprachen umgesetzt werden. Dazu zählen auch osteuropäische Märkte, aus denen einige der in Deutschland tätigen Berufskraftfahrer stammen.

Eine Ausweitung auf andere Branchen ist derzeit nicht vorgesehen. „Auch wenn es fachlich und technisch möglich ist, anderen Branchen zu helfen, wollen wir bewusst spezialisiert bleiben, um in der Nische aufgrund der Branchenerfahrung die besten Ergebnisse zu liefern“, betont Leonhard Braun.

„Auch wenn es fachlich und technisch möglich ist, anderen Branchen zu helfen, wollen wir bewusst spezialisiert bleiben, um in der Nische aufgrund der Branchenerfahrung die besten Ergebnisse zu liefern.“

Unternehmen vollständig in die Schweiz verlagert

Parallel zur Entwicklung des Unternehmens verlegte die Familie Braun ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz. Im April 2024 zog die Familie nach Rorschach im Kanton St. Gallen. Im Juli erfolgte die Gründung der GmbH nach eidgenössischem Recht.

Zum Jahresende verlegte Leonhard Braun außerdem seine Stationierung als Pilot von Frankfurt in das näher gelegene München. Mit der Abmeldung des bisherigen Standorts von Braun Recruiting im Rheinland im Mai 2026 war der Umzug des Unternehmens vollständig abgeschlossen.

Künftig will sich Braun Recruiting nach eigenen Angaben verstärkt auf den Schweizer Markt konzentrieren. Dort sieht das Unternehmen ebenfalls Bedarf an qualifizierten Berufskraftfahrern.

Leonhard und Olga Braun gehen davon aus, dass sich die in Deutschland gesammelten Branchenerfahrungen auch auf die Schweiz übertragen lassen. Ihr Ziel ist die Kundengewinnung in den dreistelligen Bereich.

ThemaAngabe
Gründung der Agentur2021
Standort der GründungMonheim am Rhein
Betreute Kundenmehr als 70
Umzug der Familie in die SchweizApril 2024
Neuer LebensmittelpunktRorschach im Kanton St. Gallen
Abmeldung des bisherigen UnternehmensstandortsMai 2026

Infobox: Braun Recruiting verbindet die Spezialisierung auf Lkw-Fahrer mit einem dreistufigen digitalen Recruiting-Konzept. Nach Angaben des Unternehmens erzielte jede bisher umgesetzte Kampagne mindestens eine Neueinstellung; künftig soll der Schweizer Markt stärker in den Mittelpunkt rücken.

Burg-Klinik sucht Recruiting-Fachkraft in Teilzeit

Die Dr. Becker Burg-Klinik sucht laut Rhönkanal eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter Personal mit Schwerpunkt Recruiting. Die Stelle ist in Teilzeit mit 20 Stunden ausgeschrieben und befindet sich in Thüringens größter Rehabilitationsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Wartburgkreis.

Die Klinik verfügt über 228 Betten. Gesucht wird eine Person, die Menschen willkommen heißt, Strukturen aufbaut, vorausschauend organisiert und neue Mitarbeitende beim Einstieg in den deutschen Bürokratie-Dschungel begleitet.

Zum Aufgabengebiet gehört die Verantwortung für den gesamten Recruiting-Prozess. Außerdem soll die ausgeschriebene Fachkraft Vakanzen selbstständig pflegen und steuern sowie digitale Personalakten administrieren.

Eine weitere Aufgabe ist die Begleitung von Mitarbeitenden beim Start im Unternehmen. Dazu zählen die Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei Mietkontakten und bei Behördengängen. Internationale Fachkräfte sollen zudem hinsichtlich gesetzlicher Vorgaben und einzuhaltender Fristen betreut werden.

Darüber hinaus umfasst die Stelle die Erstellung von Arbeitsverträgen, Vertragszusätzen und Bescheinigungen. Auch die Vorbereitung der Lohnabrechnung sowie die selbstständige Erstellung von Auswertungen gehören zum Tätigkeitsbereich.

Die Bereitschaft zur Teilnahme an Berufemessen, auch außerhalb der Arbeitszeit, wird vorausgesetzt. Dafür ist laut Ausschreibung Ausgleichszeit vorgesehen.

Unbefristeter Vertrag und zahlreiche Zusatzleistungen

Die Burg-Klinik bietet einen unbefristeten Vertrag, planbare Arbeitszeiten und ein flexibles Arbeitszeitkonto. Genannt wird außerdem eine kontinuierliche Gehaltsperspektive, bei der Betriebstreue, Qualifikation und die Übernahme von Verantwortung honoriert werden.

Zu den weiteren Leistungen gehören Jahressonderzahlungen sowie zeitliche und finanzielle Unterstützung bei Fortbildungen. Angeboten werden 30 Urlaubstage; zusätzlich sind Heiligabend und Silvester frei. Sonderurlaube und Flexi-Urlaub bis 5 Tage jährlich werden ebenfalls genannt.

Für mehr Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance steht ein Lebensarbeitszeitkonto zur Verfügung. Beschäftigte erhalten zudem kostenfreien Zugang zu Fitnessbereich, Schwimmbad und Sauna.

Zum Gesundheitsmanagement gehören Prämien und ein Zuschuss zur Mitgliedschaft bei Hansefit. Weitere Benefits sind Fahrrad-Leasing, eine vergünstigte Lademöglichkeit für das eigene E-Auto sowie Corporate Benefits mit attraktiven Mitarbeiterrabatten.

LeistungAngabe
Arbeitszeit20 Std.
VertragsartUnbefristeter Vertrag
Urlaub30 Urlaubstage
Zusätzlicher Flexi-Urlaubbis 5 Tage jährlich
Zusätzliche freie TageHeiligabend und Silvester
Klinikkapazität228 Betten

Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, idealerweise im Personalbereich, oder eine vergleichbare Qualifikation. Außerdem nennt die Ausschreibung fundierte Kenntnisse im Arbeitsrecht und im Personalmanagement.

Erfahrungen im Recruiting-Bereich sind vorteilhaft. Erwartet werden außerdem eine strukturierte Arbeitsweise, ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, hohes Organisationstalent, ein sehr gutes Verständnis für komplexe Sachverhalte sowie eine verlässliche, sorgfältige und serviceorientierte Arbeitsweise.

Hinzu kommen Kommunikationsstärke und ein souveränes Auftreten gegenüber Behörden und externen Partnern. Ein sicherer Umgang mit MS-Office wird ebenfalls verlangt. Diskretion, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sollen selbstverständlich sein.

Die Klinik weist darauf hin, dass Interessierte bei einem Probetag das Betriebsklima selbst kennenlernen können.

Infobox: Die Dr. Becker Burg-Klinik sucht eine Recruiting-Fachkraft in Teilzeit mit 20 Stunden. Die Position verbindet Personalgewinnung mit der Betreuung internationaler Fachkräfte und bietet unter anderem 30 Urlaubstage, zusätzliche freie Tage sowie einen unbefristeten Vertrag.

Jobsuche: Direkter Kontakt zu Recruitern erlebt ein Comeback

Ein alter Ratschlag zur Jobsuche erlebt laut Frankfurter Rundschau ein Comeback: Bewerberinnen und Bewerber sollen sich direkt an das Unternehmen oder die zuständige Person wenden. Die US-amerikanische HR-Expertin Morgan Sanner erklärt auf Instagram, dass Eltern mit dem Rat, persönlich ins Unternehmen zu gehen und den Lebenslauf abzugeben, im Kern nicht völlig falsch gelegen hätten.

Exakt auf diese Weise müsse der Tipp heute jedoch nicht umgesetzt werden. Entscheidend sei vielmehr, den Mittelsmann auszulassen und direkt die richtige Person zu kontaktieren.

Eine Möglichkeit besteht darin, sich auf Online-Jobplattformen wie Linkedin direkt mit Recruitern und HR-Mitarbeitenden zu vernetzen. Jobsuchende können nach Beiträgen von Recruiterinnen und Recruitern filtern, sehen, wer Stellenangebote auf der Plattform veröffentlicht hat, und erkennen, wer offen zum Netzwerken ist.

Die Personalexpertin Melanie Trommer sieht darin einen Vorteil. Wenn sich Bewerberinnen und Bewerber direkt mit Recruitern oder Hiring-Managern vernetzen, könnten sie direkt Nachrichten austauschen, ohne kostenpflichtige Linkedin-Credits zu benötigen.

„Sie können direkt Nachrichten austauschen, ohne kostenpflichtige Linkedin-Credits zu benötigen.“

„Open to Work“ allein reicht nicht aus

Melanie Trommer weist zugleich darauf hin, dass interne Personaler nicht immer ausreichend Zeit für Active Sourcing haben. Darunter versteht man die persönliche Ansprache vielversprechender Kandidatinnen und Kandidaten.

Statt lediglich auf eine Kontaktaufnahme durch Recruiter zu warten, empfiehlt Trommer eine proaktive Nachricht. Als Beispiel nennt sie: „Ich habe gesehen, bei euch ist gerade Stelle X offen, ich würde mich gern bewerben. Welchen Kanal empfiehlst du mir?“

Eine weitere Möglichkeit, auf Linkedin auf sich aufmerksam zu machen, ist der „Open to Work“-Banner. Dabei wird das Profilbild mit einem grünen Kreis umrahmt. Laut Trommer gibt es eine für alle sichtbare Variante und eine versteckte Variante, die nur für Recruiter sichtbar ist.

Der sichtbare Banner bringe jedoch nicht automatisch Erfolg. Wer auf Linkedin nur wenige Kontakte habe, den grünen Banner setze, ansonsten aber weder kommentiere noch poste, werde vom Algorithmus kaum ausgespielt. In diesem Fall erfahre nur jemand von der Jobsuche, der zufällig auf das Profil stoße.

Die versteckte Variante wird laut Trommer vor allem von Personen genutzt, die aktuell angestellt sind und nicht möchten, dass der Arbeitgeber von ihrer Jobsuche erfährt. Einschränkend wird jedoch darauf hingewiesen, dass diesen Status nur sehr wenige sehen können, weil er ausschließlich mit einer Linkedin-Recruiter-Vollizenz funktioniert, die nur wenige wegen der Kosten nutzen.

Recruiter suchen nach bestimmten Merkmalen, etwa nach Kenntnissen im Umgang mit einem System oder nach Berufserfahrung bei einem Mitbewerber. Der „Open to Work“-Banner kann signalisieren, dass eine Person schneller verfügbar oder wechselbereit ist; er ist jedoch nur einer von mehreren Faktoren.

Jobsuche-Posts können die Reichweite erhöhen

Morgan Sanner empfiehlt außerdem, einen Beitrag zu veröffentlichen, in dem genau erläutert wird, welche Tätigkeit gesucht wird. Ein solcher Schritt könne sich unangenehm anfühlen, weil sich Jobsuchende damit verletzlich zeigen. Sanner berichtet jedoch, dass sie solche Beiträge bereits große Wirkung habe entfalten sehen.

Melanie Trommer bestätigt, dass Jobsuche-Posts zumindest für eine große Reichweite sorgen können. Beiträge würden inzwischen stärker an Personen außerhalb des eigenen Netzwerks ausgespielt. Zudem stießen solche Posts häufig auf große Solidarität.

Sobald jemand mit dem Beitrag interagiert, ihn liked, kommentiert oder teilt, bekommen auch dessen Kontakte den Post zu sehen. Dadurch kann sich die Sichtbarkeit der Jobsuche über das eigene Netzwerk hinaus erweitern.

Wer sich direkt über Linkedin bewirbt, kann eine Stelle inzwischen als erste Wahl markieren. Trommer empfiehlt diese Funktion aus eigener Erfahrung, weil eine solche Markierung auffalle und dazu führe, dass die Bewerbung genauer angesehen werde.

Bei der Suche sollten Bewerberinnen und Bewerber außerdem nicht nur die erste Seite der Jobplattformen beachten. Bekannte Unternehmen stehen laut Trommer meist ganz oben und erhalten entsprechend viele Bewerbungen. Es könne sich daher lohnen, auch auf Seite drei, vier oder fünf zu suchen, da sich dort weniger Personen bewerben könnten und die Stellen trotzdem interessant sein können.

Infobox: Die Frankfurter Rundschau beschreibt direkte Kontakte, aktive Beiträge und eine gezielte Nutzung von Linkedin-Funktionen als mögliche Wege zu mehr Aufmerksamkeit. Der „Open to Work“-Banner allein reicht laut den zitierten Expertinnen jedoch nicht aus; Aktivität und eine konkrete Ansprache bleiben entscheidend.

Quellen: