Vietnam verzahnt Hochschulausbildung und Unternehmensbedarf enger

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Vietnam will Hochschulen und Unternehmen enger vernetzen, um praxisnahe, digitale und KI-kompetente Fachkräfte auszubilden und die Produktivität zu steigern.

Vietnam: Hochschulen und Unternehmen wollen Personalentwicklung enger verzahnen

Die digitale Transformation und künstliche Intelligenz verändern laut Vietnam.vn die Anforderungen an die Personalbeschaffung. Dadurch wächst der Druck auf Hochschulen, ihre Ausbildungsinhalte stärker an den praktischen Bedürfnissen der Unternehmen auszurichten und die Qualität junger Fachkräfte zu verbessern.

Am 31. Oktober veranstaltete die Vietnam National University, Hanoi, die VNU JobFair 2026. An der Veranstaltung nahmen fast 60 in- und ausländische Unternehmen und Personalvermittler sowie rund 6.000 Studenten teil. Neben der Personalrekrutierung standen der Personalbedarf im digitalen Zeitalter, die Diskrepanz zwischen Ausbildungsinhalten und Stellenanforderungen sowie eine stärkere Beteiligung der Unternehmen an der Personalentwicklung im Mittelpunkt.

Assoc. Prof. Dr. Le Trung Thanh, Leiter der Abteilung für Ausbildung und Studentenangelegenheiten an der Vietnam National University in Hanoi, erklärte, dass digitale Transformation, Wissenschaft, Technologie und Innovation neue Berufe hervorbringen und die Anforderungen an viele bestehende Arbeitsplätze verändern. Hochschulen müssten deshalb ihre Ausbildungsmethoden reformieren und Fachwissen mit digitalen Fähigkeiten, KI-Kompetenz, Fremdsprachen, kritischem Denken, Anpassungsfähigkeit und der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen verbinden.

„Die Verbesserung der Qualität der Humanressourcen erfordert eine substanzielle und langfristige Koordination zwischen Staat, Schulen, Unternehmen und Studierenden“, wird Dr. Le Trung Thanh von Vietnam.vn wiedergegeben.

Nach seinen Vorstellungen sollen Unternehmen ihren Personalbedarf offenlegen, an der Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen mitwirken sowie Praktika und Personalrekrutierung organisieren. Die Hochschulen sollen Lehrinhalte und Methoden weiterentwickeln, während Studierende ihre Kompetenzen selbstständig ausbauen und sich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.

Infobox – VNU JobFair 2026:

Produktivität hängt nicht allein von Technologie und Fachkräften ab

Auf dem Seminar „Schaffung von Geschäftsproduktivität im digitalen Zeitalter: Die richtige Einteilung junger Humanressourcen“ betonte Dr. Ta Huy Hung, stellvertretender Leiter der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Management an der International School der Vietnam National University in Hanoi, dass Investitionen in neue Technologien oder die Einstellung hochqualifizierter Mitarbeiter allein keine höhere Produktivität garantieren.

Technologie schaffe nicht automatisch Produktivität, und Qualifikationen sowie Wissen führten nicht automatisch zu Wertschöpfung. Entscheidend sei vielmehr, wie Unternehmen ihre Arbeit organisieren, Technologien auswählen und einsetzen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln.

Nach den von Vietnam.vn wiedergegebenen Statistiken wird die Arbeitsproduktivität der gesamten Wirtschaft im Jahr 2025 voraussichtlich 245 Millionen VND pro Beschäftigtem erreichen. Dies entspreche einem Anstieg von 6,83 % zu konstanten Preisen. Zugleich stelle sich die Frage, wie diese gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerungen in tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmen umgesetzt werden können.

KenngrößeWert
Voraussichtliche Arbeitsproduktivität der gesamten Wirtschaft im Jahr 2025245 Millionen VND pro Beschäftigtem
Anstieg zu konstanten Preisen6,83 %

Dr. Ta Huy Hung nannte drei Schwerpunkte für Unternehmen: die Auswahl einer Technologie, die den tatsächlichen Anforderungen entspricht, die Verbesserung der Fähigkeit zur Aufnahme neuer Technologien und die Bewertung der Wirksamkeit anhand der Arbeitsergebnisse.

Wenn Betriebsabläufe umständlich, Daten nicht miteinander verbunden und Verantwortlichkeiten unklar seien, könne auch die Einführung neuer Software hinter den Erwartungen zurückbleiben. Unternehmen müssten daher zunächst die zu lösenden Probleme bestimmen, bevor sie sich für eine technologische Lösung entscheiden.

Die Wirksamkeit der digitalen Transformation solle laut dem Bericht anhand der für Aufgaben benötigten Zeit, der Fehlerrate, der Kosten pro Produkteinheit und des geschaffenen Mehrwerts beurteilt werden. Die Zahl eingesetzter Softwarelösungen oder geschulter Mitarbeiter reiche als alleiniger Maßstab nicht aus.

Infobox – Kriterien für digitale Wirksamkeit:

Praktische Erfahrung soll die Lücke zwischen Studium und Beruf schließen

Die Kluft zwischen dem im Studium erworbenen Wissen und dessen Anwendung im Berufsleben bleibe ein Problem, erklärte Dr. Ta Huy Hung laut Vietnam.vn. Unternehmen erwarteten von Hochschulabsolventen eine schnelle Einarbeitung, während Studierende davon ausgingen, dass ihre Kenntnisse und Qualifikationen unmittelbar den Anforderungen der Personalabteilungen entsprächen.

Die Fähigkeit, Wissen zur Bewältigung konkreter Aufgaben einzusetzen, erfordere jedoch Übung und gesammelte Erfahrung. Schulen und Unternehmen müssten diesen Prozess gemeinsam unterstützen, insbesondere durch Praktika, Mentoring und betriebliche Weiterbildung.

Um die Lücke zwischen Ausbildung und Beschäftigung zu verringern, schlug Dr. Ta Huy Hung einen Wechsel von allgemeinen Kompetenzlisten hin zu einem auf Aufgaben und Arbeitsergebnisse ausgerichteten Ansatz vor. Unternehmen sollten die jeweilige Position und die Verantwortlichkeiten, die erforderlichen Kompetenzen sowie den Nachweis dieser Kompetenzen durch praktische Projekte, Produktentwicklung oder Praktika klar definieren.

Für junge Fachkräfte sollten nach dem Bericht vier zentrale Kompetenzgruppen berücksichtigt werden:

  1. Fach- und Problemlösungskompetenzen
  2. Digitale Kompetenzen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Technologie
  3. Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Anpassung an die reale Arbeitswelt
  4. Fähigkeit zum kontinuierlichen Lernen

Unternehmen sollten die Entwicklung junger Talente als Teil einer Produktivitätsstrategie verstehen und sich nicht ausschließlich auf die Rekrutierung konzentrieren. Ausbildungseinrichtungen müssten praxisorientierte Projekte, betreute Praktika und Aktivitäten stärken, die sich mit konkreten Unternehmensproblemen befassen. Das Feedback der Arbeitgeber solle als Grundlage für die Anpassung von Ausbildungsprogrammen und Methoden dienen.

Infobox – Vier Kompetenzgruppen für junge Fachkräfte:

Unternehmen aus zahlreichen Branchen beteiligen sich an der Jobmesse

Die Beteiligung von Unternehmen aus verschiedenen Sektoren verdeutlichte laut Vietnam.vn den Bedarf an jungen Talenten in unterschiedlichen Bereichen. Vertreten waren Unternehmen aus der Fertigungsindustrie, der Technologiebranche, dem Finanzsektor und dem Dienstleistungssektor.

Die VNU Jobmesse 2026 brachte fast 60 nationale und internationale Unternehmen aus den Bereichen Finanzen und Bankwesen, Informationstechnologie, Elektronik, Industrieproduktion, Luftfahrt und Logistik zusammen. Zu den genannten Banken gehörten SHB, BIDV, MB und PVcomBank.

Ausländische Direktinvestitionsunternehmen waren unter anderem LG Display Vietnam, Pegatron Vietnam, Meiko Vietnam, Luxshare-ICT, Amkor Technology Vietnam und Foxconn Industrial Internet. Außerdem nahmen vietnamesische Technologieunternehmen wie Viettel, CMC und FPT IS teil.

BereichGenannte Unternehmen
BankenSHB, BIDV, MB, PVcomBank
Ausländische DirektinvestitionsunternehmenLG Display Vietnam, Pegatron Vietnam, Meiko Vietnam, Luxshare-ICT, Amkor Technology Vietnam, Foxconn Industrial Internet
Vietnamesische TechnologieunternehmenViettel, CMC, FPT IS

Die Vielfalt der teilnehmenden Unternehmen bietet Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, Rekrutierungsanforderungen besser zu verstehen und Lehrinhalte zu aktualisieren. Zugleich können Ausbildungsangebote stärker an der Praxis ausgerichtet werden.

Infobox – Branchen der teilnehmenden Unternehmen:

Universität will Zusammenarbeit mit Unternehmen ausbauen

Assoc. Prof. Dr. Le Trung Thanh sprach sich laut Vietnam.vn für einen intensiveren Austausch zwischen Universität und Unternehmen aus. Die Universität müsse den Personalbedarf regelmäßig aktualisieren, Unternehmen zur Mitwirkung an der Entwicklung von Ausbildungsprogrammen einladen und die Möglichkeiten für Praktika erweitern.

Darüber hinaus solle die Zusammenarbeit in Forschung und Wissenstransfer gefördert werden. Da sich Rekrutierungsbedarf und Qualifikationsanforderungen je nach Branche und Sektor unterscheiden, müsse die Ausbildung die jeweiligen Anforderungen stärker berücksichtigen.

Die Notwendigkeit einer besseren Qualifizierung der Arbeitskräfte steht dem Bericht zufolge auch im Zusammenhang mit den Leitlinien der Resolution Nr. 57-NQ/TW über Durchbrüche bei Wissenschaft, Technologie, Innovation und nationaler digitaler Transformation, der Resolution Nr. 71-NQ/TW über Durchbrüche bei Bildung und Ausbildung sowie der Resolution Nr. 68-NQ/TW über die Entwicklung der Privatwirtschaft.

Eine höhere Qualität der Humanressourcen gilt dabei als entscheidender Faktor, damit Ausbildung stärker auf die Bedürfnisse des Marktes abgestimmt wird. Dies soll zur Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im digitalen Zeitalter beitragen.

Infobox – Vorgeschlagene Maßnahmen:

Quellen: