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title: Vietnams Arbeitsmarkt wächst – KI verändert zugleich die Personalsuche
canonical: https://talentmagazin.de/vietnams-arbeitsmarkt-waechst-ki-veraendert-zugleich-die-personalsuche/
author: Provimedia GmbH
published: 2026-11-05
updated: 2026-11-05
language: de
category: News
description: Vietnams Arbeitsmarkt wächst im vierten Quartal 2026 besonders in Bau, Handel, Logistik, Dienstleistungen und digitalen Berufen. KI prägt zunehmend die Personalauswahl, wirft aber Fragen zu Transparenz und menschlicher Kontrolle auf.
source: Provimedia GmbH
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# Vietnams Arbeitsmarkt wächst – KI verändert zugleich die Personalsuche

> **Autor:** Provimedia GmbH | **Veröffentlicht:** 2026-11-05

**Zusammenfassung:** Vietnams Arbeitsmarkt wächst im vierten Quartal 2026 besonders in Bau, Handel, Logistik, Dienstleistungen und digitalen Berufen. KI prägt zunehmend die Personalauswahl, wirft aber Fragen zu Transparenz und menschlicher Kontrolle auf.

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## Vietnams Arbeitsmarkt zieht zum Jahresende deutlich an

Die Personalbeschaffung in Vietnam gewinnt zum Jahresende an Dynamik. Wie **Vietnam.vn** berichtet, wird im Bau- und Infrastruktursektor wegen der beschleunigten Auszahlung öffentlicher Investitionen ein erhöhter Arbeitskräftebedarf erwartet. Auch Einzelhandel, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Logistik sowie Konsumgüterdienstleistungen stellen sich auf eine stärkere Nachfrage während der Weihnachtssaison und der Vorbereitungen auf Tet, das vietnamesische Neujahrsfest, ein.

Nach Angaben des Instituts für Staats- und Arbeitsorganisationswissenschaft im Innenministerium erforderten im dritten Quartal 2026 insgesamt 55,6 % der offenen Stellen auf Unternehmensseite keine Berufserfahrung. Auf Bewerberseite verfügten 43,5 % der Arbeitssuchenden über einen Hochschulabschluss oder einen höheren Abschluss. Für das vierte Quartal wird eine Zahl von rund 53,3 Millionen Erwerbstätigen erwartet.

| Kennzahl | Wert | 

| Offene Stellen im dritten Quartal 2026 ohne Berufserfahrung | 55,6 % | 

| Bewerber mit Hochschulabschluss oder höher | 43,5 % | 

| Erwerbstätige im dritten Quartal 2026 | 53 Millionen | 

| Prognose für Erwerbstätige im vierten Quartal 2026 | rund 53,3 Millionen | 

| Arbeitslosenquote im erwerbsfähigen Alter | 2,22 % | 

| Durchschnittliches Monatseinkommen | 9,2 Millionen VND | 

| Anstieg des durchschnittlichen Monatseinkommens gegenüber dem Vorjahreszeitraum | 823.800 VND | 

Im dritten Quartal 2026 setzte sich laut Vietnam.vn die stabile Erholung des vietnamesischen Arbeitsmarktes fort. Die Zahl der Erwerbstätigen lag bei 53 Millionen, während die Arbeitslosenquote unter der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter 2,22 % betrug. Das durchschnittliche Einkommen erreichte 9,2 Millionen VND pro Monat und lag damit um 823.800 VND über dem Vorjahreszeitraum.

Die Beschäftigungsstruktur entfiel zu 41 % auf den Dienstleistungssektor, zu 33,9 % auf Industrie und Baugewerbe sowie zu 25,1 % auf die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der Anteil der ausgebildeten Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss oder Zertifikat lag bei 30,4 %. Für das vierte Quartal wird ein Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen um 0,6 % gegenüber dem dritten Quartal erwartet.

Den höchsten Personalbedarf verzeichneten im dritten Quartal 2026 die Fertigung, der Handel einschließlich Einzelhandel und E-Commerce, Logistik, Transport und Lagerhaltung, Tourismus, Gastronomie und Beherbergung sowie Informationstechnologie und digitale Dienstleistungen. Besonders häufig wurden Positionen in Fertigung, Maschinenbedienung und Ingenieurwesen, Wirtschaft und Vertrieb, Logistik und Lagerhaltung, Informationstechnologie, Software, Daten und künstlicher Intelligenz sowie im Kundenservice besetzt.

- Fertigung

- Handel, Einzelhandel und E-Commerce

- Logistik, Transport und Lagerhaltung

- Tourismus, Gastronomie und Beherbergung

- Informationstechnologie und digitale Dienstleistungen

Für das vierte Quartal wird in mehreren Bereichen eine steigende Nachfrage erwartet. Dazu zählen die Reparatur, Wartung und Installation von Maschinen und Anlagen, die Herstellung von Elektronik-, Computer- und optischen Produkten sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffprodukten.

In Hanoi wurden nach Angaben des Innenministeriums in den ersten zehn Monaten des Jahres 2026 insgesamt 183.300 Arbeitsplätze geschaffen. Damit wurde der Jahresplan um 7,2 % übertroffen. Zum Beginn des vierten Quartals nahm die Nachfrage nach Arbeitskräften im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft und der fortschreitenden Auszahlung öffentlicher Investitionen deutlich zu. Besonders im Bau-, Einzelhandels- und Dienstleistungssektor werden zahlreiche Stellenangebote erwartet.

Auch in Ho-Chi-Minh-Stadt ist die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch. Das dortige Arbeitsamt berichtet laut Vietnam.vn von Arbeitskräftemangel in 21 von 27 Branchen im Süden Chinas. Besonders betroffen sind Fertigung, Ingenieurwesen, Handel, Vertrieb, Finanz- und Bankwesen, Bauwesen und Logistik. Aktuell sind 26.533 Stellen offen.

Nguyen Van Hanh Thuc, Direktorin des Arbeitsvermittlungszentrums von Ho-Chi-Minh-Stadt, erwartet auch in naher Zukunft eine hohe Nachfrage. Als besonders gefragte Bereiche werden Vertrieb, E-Commerce, Logistik, Textilindustrie, Konsumgüterherstellung, Lebensmittel und Getränke sowie Unterhaltung genannt.

Der saisonale Beschäftigungsanstieg zeigt sich auch im Einzelhandel, in der Gastronomie, der Logistik und im Dienstleistungssektor. Chancen ergeben sich insbesondere in Vertrieb, Geschäftsbetrieb, Lieferwesen und Kundenservice. Diese Tätigkeiten könnten laut dem Bericht vor allem für Arbeitssuchende interessant sein, die flexible Arbeitszeiten wünschen.

Im Tourismus- und Beherbergungssektor steigt der Personalbedarf im vierten Quartal wegen der Hochsaison für internationale Touristen in Nordvietnam sowie aufgrund von Konferenztourismus und Nachtleben. Im Elektronik- und Elektrogerätesektor bleibt der Bedarf stabil, wobei Unternehmen den Angaben zufolge vor allem Kandidaten mit passenden Fähigkeiten und Fachkenntnissen auswählen.

Parallel dazu wächst der Bedarf an Qualifikationen in Informationstechnologie, Halbleitern und künstlicher Intelligenz. Vietnam.vn verweist deshalb auf die Notwendigkeit, Arbeitskräfte mit den für diese Entwicklungsbereiche geeigneten Kenntnissen und Fähigkeiten auszubilden.

> „Die Stellenbeschaffung ist im Aufwind und sehr aktiv.“ – Vietnam.vn

**Zusammenfassung:** Der vietnamesische Arbeitsmarkt erholt sich weiter und dürfte im vierten Quartal 2026 besonders durch saisonale Nachfrage, öffentliche Investitionen und technologiebezogene Tätigkeiten wachsen. Gefragt sind vor allem Arbeitskräfte in Fertigung, Handel, Logistik, Dienstleistungen, Bauwesen und digitalen Berufen.

## KI verändert die Personalbeschaffung und wirft Fragen nach Fairness auf

Die künstliche Intelligenz wird zunehmend in frühen Phasen der Personalbeschaffung eingesetzt. Wie **Vietnam.vn** berichtet, prüfen KI-Systeme inzwischen Lebensläufe vor dem ersten Kontakt zwischen Kandidaten und Arbeitgebern. Dadurch stellt sich die Frage, wie transparent, fair und nachvollziehbar Auswahlentscheidungen sind und welche Verantwortung beim Menschen verbleibt.

In den USA haben mehrere Kandidaten mit naturwissenschaftlichen oder technischen Abschlüssen und mehr als zehn Jahren Berufserfahrung die Rekrutierungsplattform Eightfold AI verklagt. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass dessen Tools Bewertungsergebnisse verfälscht hätten, ohne dass die Betroffenen über die Bewertung informiert worden seien oder die Möglichkeit erhalten hätten, falsche Informationen zu überprüfen und anzufechten.

Der Fall verdeutlicht, dass die Identifizierung geeigneter Kandidaten durch KI unmittelbare Auswirkungen auf die Chance auf ein Vorstellungsgespräch haben kann. Wenn ein System Lebensläufe kategorisiert, bewertet oder an Arbeitgeber weiterleitet, können Fehler in einer frühen Phase den weiteren Bewerbungsprozess beeinflussen.

Eine am 30. Oktober veröffentlichte Umfrage des Arbeitgeberverbands Singapur, SNEF, zeigt, dass KI dort bereits in großem Umfang im Personalwesen eingesetzt wird. Befragt wurden 1.000 Unternehmen zwischen Juni und Juli. Von den Großunternehmen nutzten 81 % KI in mindestens einer HR-Funktion, bei kleinen und mittleren Unternehmen lag der Anteil bei 65 %.

| Bereich | Anteil | 

| Großunternehmen in Singapur mit KI-Einsatz in mindestens einer HR-Funktion | 81 % | 

| Kleine und mittlere Unternehmen in Singapur mit KI-Einsatz in mindestens einer HR-Funktion | 65 % | 

| Unternehmen in der Untersuchung | 1.000 | 

| KI-Entscheidungen mit erforderlicher menschlicher Bestätigung | 85 % | 

| KI-Entscheidungen ohne vorherige Genehmigung | 15 % | 

KI wird insbesondere beim Screening von Lebensläufen und bei der Erstellung von Kandidatenlisten eingesetzt. Bei Prozessen mit großen Datenmengen kann die Technologie Personalabteilungen bei der Bewertung und Auswahl von Fällen für die weitere Bearbeitung unterstützen.

Die Untersuchung von fast 3.000 Fällen von KI-Anwendungen im Personalwesen ergab jedoch, dass 85 % der Entscheidungen weiterhin eine menschliche Bestätigung benötigten. In den verbleibenden 15 % war keine vorherige Genehmigung für KI-Entscheidungen erforderlich. Diese Fälle betrafen vor allem Routineprozesse oder Prozesse mit hohem Volumen, darunter die Sichtung von Lebensläufen und die Beurteilung von Kompetenzen.

Auch bei diesen 15 % benennen laut SNEF fast alle Unternehmen weiterhin Personen, die in KI-Entscheidungen eingreifen, sie ändern oder rückgängig machen können. Der Arbeitgeberverband argumentiert, dass der Umfang der Aufsicht dem Einfluss der jeweiligen Entscheidung entsprechen müsse, insbesondere wenn die Existenzgrundlage von Arbeitnehmern betroffen ist.

Ein weiterer Rechtsstreit betrifft den Anbieter von Personalsoftware Workday. Das Unternehmen wurde wegen seines KI-gestützten Bewerberauswahltools verklagt. Ein Gericht ließ eine eingehendere Prüfung mehrerer Diskriminierungsvorwürfe zu. Dazu gehört die Behauptung, dass die Software Bewerber aufgrund indirekter Hinweise auf eine Behinderung oder Krankheit, etwa Lücken im Lebenslauf, disqualifizieren könne.

Workday weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärt, die Technologie berücksichtige ausschließlich die Fähigkeit, die Anforderungen einer Stelle zu erfüllen, und werde sorgfältig geprüft, damit gesetzlich geschützte Gruppen nicht benachteiligt würden. Die Entscheidung des Gerichts, den Fall erneut zu prüfen, bedeutet laut Vietnam.vn nicht, dass Workday diskriminierend gehandelt hat.

Aus den Fällen ergibt sich die Frage, wie eine menschliche Überwachung des Prüfprozesses praktisch gewährleistet werden kann. Eine endgültige Genehmigung reicht demnach nur aus, wenn die verantwortlichen Personen auch in der Lage sind, fehlerhafte Bewertungen in früheren Prozessphasen zu erkennen, etwa bei der Kategorisierung oder Weiterleitung von Bewerbungen.

Laut SNEF haben einige Unternehmen bereits Mechanismen entwickelt, um Ergebnisse von KI-Tools zu überwachen, die Entscheidungsfindung der Systeme zu überprüfen, Modelle neu zu trainieren und die Gründe für notwendige menschliche Eingriffe zu dokumentieren. Die größte Sorge der Arbeitgeber besteht der Umfrage zufolge darin, dass eine zu starke Abhängigkeit von Technologie die Leistungsfähigkeit ihrer Personalabteilungen langfristig beeinträchtigen könnte.

- Überwachung der Ergebnisse von KI-Tools

- Überprüfung der Entscheidungsfindung der Systeme

- Neutraining der Modelle

- Dokumentation der Gründe für menschliche Eingriffe

- Möglichkeit zur Änderung oder Aufhebung von KI-Entscheidungen

Auch in Vietnam setzen einige Unternehmen KI in ihren Personalprozessen ein. Vietnam.vn leitet aus den internationalen Erfahrungen ab, dass KI-Anwendungen mit Managementkompetenzen und klarer Verantwortlichkeit verbunden werden müssen. Unternehmen sollen die Technologie im Hinblick auf Verarbeitungsgeschwindigkeit, Qualität der Rekrutierung und Fairness gegenüber Bewerbern bewerten.

Als wichtige Voraussetzungen werden bereits bei der Einführung die Überprüfung von Daten, die Festlegung von Auswahlkriterien und die Berücksichtigung des Risikos von Verzerrungen genannt. Personalmanager müssen zudem geschult werden, damit sie die Grenzen der eingesetzten Tools verstehen, Fehler erkennen und Ergebnisse anpassen können.

Für Vietnam besteht die zentrale Aufgabe darin, die Entwicklung künstlicher Intelligenz mit Personalstrategien zu verbinden und Fairness auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen. Dazu gehören die Integration von Technologie-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, eine Verbesserung der Gesetzgebung sowie der Ausbau der Fähigkeiten zur Bewertung der Auswirkungen von KI.

Darüber hinaus nennt der Bericht Investitionen in digitale Kompetenzen, Umschulungen und die Förderung benachteiligter Gruppen als Bestandteile einer Technologieentwicklungsstrategie. Ziel ist es, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und zugleich sicherzustellen, dass die Vorteile der KI breit verteilt werden. Dadurch soll das Risiko einer technologischen Kluft und damit verbundener Ungleichheiten bei Beschäftigungschancen verringert werden.

> „Eine breite Anwendung erfordert jedoch weiterhin menschliche Beteiligung.“ – Vietnam.vn

**Zusammenfassung:** KI wird in der Personalbeschaffung vor allem bei der Vorauswahl und Verarbeitung großer Bewerbermengen eingesetzt. Die internationalen Erfahrungen zeigen laut Vietnam.vn, dass menschliche Kontrolle, überprüfbare Kriterien, Schutz vor Verzerrungen und klare Verantwortlichkeiten notwendig bleiben.

Quellen:
- [Die Personalbeschaffung boomt, da die Nachfrage nach Personal während der Weihnachtssaison besonders hoch ist.](https://www.vietnam.vn/de/tuyen-dung-soi-dong-nhu-cau-nhan-su-tang-theo-mua-vu-mua-sam-cuoi-nam)
- [Personalbeschaffung im KI-Zeitalter: Internationale Erfahrungen und Erkenntnisse für Vietnam](https://www.vietnam.vn/de/tuyen-dung-thoi-ai-kinh-nghiem-quoc-te-va-nhung-goi-mo-cho-viet-nam)

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [talentmagazin.de](https://talentmagazin.de/vietnams-arbeitsmarkt-waechst-ki-veraendert-zugleich-die-personalsuche/)*
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