Vietnam: Arbeitskräftemangel trotz steigender Personalsuche in Can Tho und Ca Mau

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28.10.2026 304 mal gelesen 14 Kommentare

Vietnam: Unternehmen verstärken zum Jahresende die Personalsuche

In Can Tho wird zum Jahresende ein deutlicher Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt erwartet. Unternehmen verstärken ihre Rekrutierungsbemühungen, um den Produktions- und Geschäftsbedarf zu decken, während insbesondere der Mangel an hochqualifizierten Fachkräften eine Herausforderung bleibt.

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Bei Indian Ocean Co., Ltd. kündigte die Vorsitzende der Betriebsrätin, Nguyen Thi Bang Tuyen, die Einstellung von rund 150 zusätzlichen Mitarbeitern an. Gesucht werden 100 Fachkräfte für das Filetieren, Formen und die Formkontrolle sowie 50 Mitarbeiter für die Fertigproduktabteilung.

Nach Angaben von Nguyen Thi Bang Tuyen gestaltet sich die Personalsuche derzeit schwierig, insbesondere bei Fachkräften. Um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, bietet das Unternehmen neben Gehältern und Boni auch Leistungszulagen, Gefahrenzulagen und Kinderbetreuungszulagen sowie bezahlten Urlaub, Feiertage und Tet-Boni.

Auch Lac Ty II Co., Ltd. im Industriepark Tan Phu Thanh sucht Personal. Das Unternehmen aus der Sportschuhherstellung benötigt derzeit rund 600 Mitarbeiter für Management, Produktion und drei Büropositionen.

Der stellvertretende Personalleiter Nguyen Van Truong erklärte, dass das Gehalt je nach Position zwischen 5,6 und 9 Millionen VND pro Person und Monat liegt. Hinzu kommen Sozialleistungen, Essenszuschüsse, betriebliche Gesundheitsvorsorge und -behandlungen sowie Boni gemäß den geltenden Bestimmungen.

UnternehmenGesuchtes Personal
Indian Ocean Co., Ltd.rund 150 zusätzliche Mitarbeiter
Lac Ty II Co., Ltd.rund 600 Mitarbeiter
Bestway Can Tho Sports Technology Co., Ltd.1.000 Hilfsarbeiter
Giap Quan Thang Service and Trading Co., Ltd.500 Hilfsarbeiter
Nhut Linh Garment Co., Ltd.300 Textilarbeiter
Tay Do Garment Joint Stock Company200 Hilfsarbeiter

Das Arbeitsamt der Stadt Can Tho erwartet im vierten Quartal 2026 einen weiter steigenden Personalbedarf in der Fertigung, Verarbeitung und Bekleidung, im Handel und bei Dienstleistungen, im Transport und in der Logistik sowie bei spezialisierten und technischen Berufen. Unternehmen der Bekleidungs-, Schuh-, Fischverarbeitungs- und Agrarexportbranche benötigen zusätzliches Personal, um Aufträge zum Jahresende abzuwickeln.

Auch im Handels-, Dienstleistungs- und Gütertransportsektor steigt der Bedarf. Gesucht werden dort unter anderem Verkaufspersonal, Lagerarbeiter, Zusteller und Saisonkräfte.

Nach Einschätzung des Arbeitsamtes könnte es in den letzten Monaten des Jahres lokal zu einem Mangel an ungelernten Arbeitskräften kommen. Einige Unternehmen der Textil- und Fischverarbeitungsbranche müssen innerhalb kurzer Zeit Hunderte oder sogar Tausende Mitarbeiter einstellen, während das lokale Arbeitskräfteangebot begrenzt ist.

Bei der Arbeitsplatzsuche achten Arbeitnehmer häufig auf Gehalt, Sozialleistungen und Tet-Prämien. Unternehmen legen zugleich zunehmend Wert auf Qualifikationen, Erfahrung, Arbeitsmoral und Disziplin. Ein Teil der Arbeitssuchenden erfüllt diese Anforderungen nach Angaben des Arbeitsamtes noch nicht.

Als zusätzliche Arbeitskräfte kommen laut dem Arbeitsamt Hochschulabsolventen, ehemalige Soldaten und Rückkehrer infrage. Unternehmen benötigen dafür angemessene und flexible Einstellungsrichtlinien und sollten die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt rücken.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 organisierte das Arbeitsamt der Stadt Can Tho 77 Arbeitsvermittlungsveranstaltungen. Es bot über 101.500 Arbeitnehmern Berufsberatung, arbeitsrechtliche Beratung und Weiterbildungen an, vermittelte fast 7.500 Arbeitnehmer in Jobs und stellte Unternehmen über 1.600 Arbeitskräfte zur Verfügung.

Neben regelmäßigen Jobmessen setzte das Amt das „Job-Café“-Modell fort und organisierte Jobmessen in Gemeinden und Stadtteilen, Treffen mit Arbeitgebern sowie spezielle Rekrutierungsveranstaltungen. Zudem wurden Online-Verbindungen zu lokalen Einrichtungen in der Region ausgebaut.

Das Arbeitsamt will den Personalbedarf und die Arbeitsmarktschwankungen in Industriegebieten und Clustern weiter analysieren. Geplant sind außerdem die Digitalisierung von Daten zu Arbeitskräfteangebot und -nachfrage, Unterstützung bei Online-Vorauswahl und -Interviews sowie eine engere Zusammenarbeit mit Berufsbildungseinrichtungen.

„Das Zentrum werde weiterhin den Personalbedarf und die Arbeitsmarktschwankungen in Industriegebieten und Clustern analysieren, um Unternehmen proaktiv zu unterstützen“, erklärte die stellvertretende Leiterin des Arbeitsamtes der Stadt Can Tho, Tran Xuan Duyen.

Infobox – Vietnam.vn: Für das vierte Quartal 2026 wird in Can Tho ein steigender Personalbedarf erwartet. Besonders betroffen sind Fertigung, Verarbeitung, Bekleidung, Handel, Dienstleistungen, Transport, Logistik sowie spezialisierte und technische Berufe.

Ca Mau: Hohe Löhne lösen den Arbeitskräftemangel nicht

Unternehmen in Ca Mau benötigen Hunderte Arbeitskräfte und haben dennoch Schwierigkeiten bei der Rekrutierung. Das gilt auch für Stellen mit einem Tageslohn von 350.000 VND.

Le Van Luu, Direktor der Vietnam Shrimp Processing and Export Joint Stock Company in Vinh Loi, erklärte, dass sein Unternehmen über 100 Mitarbeiter für die Sortierung von Meeresfrüchten benötigt. Bisher konnte nicht genügend Personal gefunden werden.

Um Mitarbeiter zu halten, arbeitet das Unternehmen eng mit der Gewerkschaft zusammen. Ziel sind günstige Arbeitsbedingungen, damit die Beschäftigten beruhigt arbeiten und sich langfristig an das Unternehmen binden können.

Auch im Hoch- und Tiefbau fehlt Personal. Der Bauunternehmer Nguyen Van Loc aus dem Bezirk Bac Lieu benötigt Ende des Jahres zehn Hilfskräfte und Arbeiter für Hausreparaturen. Trotz eines Tageslohns von mindestens 350.000 VND konnte er bislang nicht genügend Arbeitskräfte finden.

Arbeitnehmer berücksichtigen bei der Arbeitsplatzwahl neben dem Einkommen auch die Arbeitsbedingungen und den Arbeitsweg. Nguyen Phuong Loan, eine Angestellte bei Pinetree Co., Ltd., arbeitet seit über fünf Jahren bei dem koreanischen Bekleidungsunternehmen in der Gemeinde Vinh Loi und verdient durchschnittlich etwa sieben Millionen VND im Monat.

Die Nähe zu ihrem Wohnort spart Nguyen Phuong Loan Mietkosten und erleichtert ihren Alltag. Huynh Huu Tinh, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees der Gemeinde Vinh Thanh, erklärte, dass Berufsberatung und Arbeitsvermittlung auf lokaler Ebene jungen Menschen den Zugang zu Informationen über offene Stellen erleichtern.

Offene Stellen und Arbeitsvermittlung in Ca Mau

Nach Angaben des Innenministeriums der Provinz Ca Mau gibt es in der Provinz über 4.800 offene Stellen. Diese verteilen sich auf die Bereiche Bekleidungsherstellung, Fischverarbeitung, Büroarbeit, Ingenieurwesen und Bildung.

Das durchschnittliche Monatsgehalt für diese Stellen liegt zwischen 5 und 12 Millionen VND. Außerhalb der Provinz werden fast 1.000 Stellen angeboten, deren durchschnittliches Monatsgehalt zwischen 7 und 12 Millionen VND liegt. Für einige hochqualifizierte Positionen sind bis zu 18 Millionen VND monatlich möglich.

ArbeitsmarktGehalt
Offene Stellen in Ca Mau5 bis 12 Millionen VND pro Monat
Stellen außerhalb der Provinz7 bis 12 Millionen VND pro Monat
Einige hochqualifizierte Positionenbis zu 18 Millionen VND monatlich
Japan, Südkorea und Taiwan (China)23 bis 38 Millionen VND pro Monat

Die Arbeitsmärkte in Japan, Südkorea und Taiwan (China) bieten Gehälter zwischen 23 und 38 Millionen VND pro Monat. Cao Chi Cuong, stellvertretender Generaldirektor der Vinamex Human Resources Joint Stock Company, erklärte, dass Jobmessen auf Gemeindeebene den Menschen den direkten Zugang zu lizenzierten Unternehmen erleichtern.

Das Unternehmen unterstützt Arbeitnehmer bei der Beschaffung notwendiger Dokumente und bei Verfahren für Kredite im Rahmen staatlicher Förderprogramme für eine Auslandstätigkeit. Im Rahmen von über 23 Jobmessen brachte das Programm 958 Unternehmen mit mehr als 4.400 Arbeitssuchenden zusammen.

18 dieser Messen fanden in Präsenz in den Unternehmen statt. Ergänzt wurden sie durch eine Online-Teilnahme aus Ho-Chi-Minh-Stadt und Can Tho.

Im vierten Quartal 2026 richtete das Innenministerium der Provinz Ca Mau drei Arbeitsgruppen ein und führte 46 Jobmessen in Gemeinden und Stadtteilen durch. Zusätzlich wurden 64 Schulungen für lokale Mitarbeiter organisiert.

Jede Messe zog etwa 150 bis 200 Arbeitssuchende an und ermöglichte ihnen den Zugang zu Stellenangeboten von fünf bis sieben Unternehmen. Wer noch keine Anstellung gefunden hat, wird weiterhin vom Arbeitsamt der Provinz beraten und erhält Unterstützung bei der Aktualisierung der Stellenangebote über offizielle Kanäle.

Das Innenministerium der Provinz Ca Mau will seine Beratungsmethoden weiter diversifizieren und die Bevölkerung besser über Stellenangebote informieren. Durch Arbeitsvermittlungsaktivitäten sollen Arbeitnehmer mit Arbeitgebern zusammengebracht und Unternehmen bei der Personalsuche unterstützt werden.

„Jobmessen auf Gemeindeebene erleichtern den Menschen den direkten Zugang zu lizenzierten Unternehmen“, erklärte Cao Chi Cuong, stellvertretender Generaldirektor der Vinamex Human Resources Joint Stock Company.

Infobox – Vietnam.vn: In Ca Mau gibt es über 4.800 offene Stellen mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 5 bis 12 Millionen VND. Trotz eines Tageslohns von mindestens 350.000 VND und weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten bleibt die Rekrutierung in mehreren Branchen schwierig.

Quellen:

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Interessant, dass selbst 350.000 VND Tageslohn nicht reichen, offenbar sind Nähe zum Wohnort und verlässliche Bedingungen am Ende genauso wichtig wie das Gehalt.
Neben den bereits genannten Punkten zu Wohnort und verlässlichen Bedingungen finde ich vor allem die Größenordnung bemerkenswert: Allein die genannten Firmen in Can Tho suchen zusammen mehrere tausend Leute. Das zeigt, dass hier nicht nur ein einzelner Betrieb kurzfristig Probleme hat, sondern dass die ganze Region gleichzeitig wächst und Aufträge abarbeiten muss. Gerade zum Jahresende dürfte der Zeitdruck bei Textil, Schuhen und Fischverarbeitung ziemlich hoch sein.

Spannend ist auch, dass offenbar genügend Stellen vorhanden sind, aber Angebot und Nachfrage nicht richtig zusammenpassen. Unternehmen suchen Disziplin, Erfahrung und bestimmte handwerkliche Kenntnisse, während viele Bewerber vielleicht nur allgemein Arbeit suchen und nicht sofort für die jeweilige Tätigkeit vorbereitet sind. Da helfen Jobmessen allein vermutlich nur teilweise. Wenn Firmen wirklich dauerhaft Personal halten wollen, müssten sie neue Mitarbeiter auch vernünftig einarbeiten und nicht erwarten, dass jeder am ersten Tag alles kann.

Die vielen Vermittlungsveranstaltungen und das Job-Café klingen jedenfalls nach einem sinnvollen Ansatz, besonders für Menschen außerhalb der größeren Städte. Wichtig wäre dabei, dass die offenen Stellen transparent beschrieben werden und am Ende nicht nur mit dem maximal möglichen Lohn geworben wird. Arbeitszeit, Schichtsystem, Überstunden, Transport und tatsächliche Zusatzleistungen sind für Bewerber mindestens genauso entscheidend. Sonst kommen die Leute vielleicht einmal zum Vorstellungsgespräch und sind danach wieder weg.

Bei den Löhnen muss man außerdem die Lebenshaltungskosten und mögliche Fahrtkosten mitdenken. 350.000 VND am Tag klingt zunächst ordentlich, aber wenn der Arbeitsplatz weit entfernt ist, vielleicht keine Unterkunft angeboten wird und die Arbeit körperlich anstrengend oder unsicher ist, sieht die Rechnung schon anders aus. Für manche ist ein etwas niedrigerer Lohn in der Nähe deshalb unterm Strich die bessere Lösung. Das ist wirtschaftlich nicht immer leicht zu erklären, im Alltag aber absolut nachvollziehbar.

Gut finde ich, dass auch Aus- und Weiterbildung angesprochen wird. Ehemalige Soldaten, Rückkehrer oder Hochschulabsolventen könnten tatsächlich eine wichtige Reserve sein, wenn die Unternehmen ihnen passende Einstiegsmöglichkeiten anbieten. Vielleicht wäre es sinnvoll, kurze bezahlte Schulungen direkt vor dem Arbeitsbeginn anzubieten, statt nur fertige Fachkräfte zu suchen. Davon hätten beide Seiten etwas: Die Betriebe bekämen mehr Bewerber und die Beschäftigten eine realistische Chance, sich weiterzuentwickeln.

Die Angebote für Arbeit in Japan, Südkorea oder Taiwan sind natürlich finanziell interessant, aber solche Stellen können nicht die einzige Antwort sein. Wenn die besten und mobilsten Arbeitskräfte die Region verlassen, verschärft das den Mangel vor Ort möglicherweise noch. Langfristig braucht Can Tho und Ca Mau deshalb nicht nur mehr Vermittlung, sondern auch bessere Karrierewege in den lokalen Unternehmen. Sonst bleibt der Arbeitsmarkt jedes Jahr vor dem gleichen Problem stehen.

Insgesamt wirkt es so, als würde sich die Wirtschaft dort dynamisch entwickeln, aber die Arbeitsmarktstrukturen kommen noch nicht ganz hinterher. Mehr digitale Vermittlung ist sicher hilfreich, doch am Ende zählt für Beschäftigte, ob der Job wirklich fair, planbar und mit dem eigenen Leben vereinbar ist. Genau an diesem Punkt entscheidet sich vermutlich, ob aus einer offenen Stelle auch ein dauerhaft besetzter Arbeitsplatz wird.
Genau, der Arbeitsweg wird oft unterschätzt – sieben Millionen VND bringen wenig, wenn davon täglich viel Zeit und Geld fürs Pendeln draufgehen.
Der Punkt mit den Jobmessen und der digitalen Vermittlung klingt ja erstmal ganz vernünftig, aber 101.500 beraten und nur knapp 7.500 vermittelt zeigt auch, das zwischen Beratung und wirklich passenden Job noch eine ziemlich große Lücke ist. Viele Leute brauchen wahrscheinlich nicht nur Infos über freie Stellen, sondern auch Ausbildung, Hilfe bei Papieren und manchmal überhaupt erstmal Geld für den Weg zur Arbeit. Gerade bei den vielen Angeboten in Fabriken wird oft so getan als könnte jeder sofort anfangen, aber Erfahrung, Schichtarbeit und Disziplin sind eben nicht bei allen vorhanden.

Was mir auch auffällt ist die starke Abhängigkeit vom Jahresendgeschäft. Wenn plötzlich tausende Leute für Aufträge gebraucht werden, kann man nicht erwarten das der Arbeitsmarkt die einfach irgendwo herzaubert. Die Firmen müssten wohl früher planen und mehr dauerhaft ausbilden, statt kurz vor Tet mit Boni um Mitarbeiter zu werben. Sonst kommen die Leute vielleicht für ein paar Monate und sind danach wieder weg. Besonders bei Fischverarbeitung und Bekleidung stelle ich mir die Arbeit körperlich ziemlich anstrengend vor, da hilft ein bisschen Essensgeld alleine vermutlich nicht so viel.

Die Jobmessen auf Gemeindeebene finde ich trotzdem sinnvoll, weil nicht jeder regelmäßig online nach Arbeit sucht oder überhaupt weiß welche Firmen seriös sind. Bei Angeboten ins Ausland wäre ich allerdings vorsichtig, auch wenn 23 bis 38 Millionen VND erstmal sehr viel besser klingt. Da kommen bestimmt Kosten für Vermittlung, Unterkunft, Reise und Kredite dazu, und man sollte genau prüfen ob die Firma wirklich lizensiert ist und was im Vertrag steht. Sonst sieht das hohe Gehalt auf dem Papier am Ende ganz anders aus.

Vielleicht wäre es auch wichtig, die Arbeitsplätze selbst attraktiver zu machen, also bessere Schichten, sichere Transporte und mehr Chancen aufzusteigen. Wenn jemand für 350.000 VND am Tag trotzdem nicht anfängt, liegt es ja nicht automatisch an Faulheit. Der Arbeitsweg kann teuer sein und bei wechselnden Baustellen oder langen Arbeitszeiten ist ein Job in der Nähe manchmal mehr wert als ein paar Millionen extra. Das wird bei solchen Tabellen mit Gehältern schnell vergessen. Und wenn Unternehmen dauerhaft Personal halten wollen, müssen sie wohl nicht nur suchen sondern auch wirklich zuhören was die Beschäftigten brauchen.
Ja genau, die 350.000 VND klingen erstmal nach viel, aber wenn der Arbeitsweg jeden Tag teuer und lang ist bleibt am Ende auch nicht so viel übrig. Und bei den vielen Jobmessen frag ich mich ob die Firmen genug einarbeiten, oder gleich perfekte Leute erwarten, sowas schreckt bestimmt auch ab.
Ja genau, 350.000 VND klingt erstmal ordentlich, aber wenn der Arbeitsweg jeden Tag lang und teuer ist bringt das am Ende auch nicht sooo viel. Und bei Fischverarbeitung oder Bau ist die Arbeit ja oft anstrengend, da zählt ein sicherer Arbeitsplatz und normale behandlung bestimmt mehr als nur die Zahl auf dem Papier.
Der Kommentar hat den Punkt mit dem Wohnort schon gut getroffen, aber die vielen offenen Stellen zeigen auch das Ausbildung und Vermittlung vor Ort wohl noch viel besser werden müssen.
Ich finde spannend, dass hier offenbar nicht einfach nur „mehr Geld = mehr Leute“ gilt, obwohl das auf den ersten Blick ja logisch klingt. Wenn jemand für 350.000 VND am Tag trotzdem nicht kommt, sind Fahrtkosten, Zeit und die ganzen Umstände wohl viel wichtiger als man von außen denkt. Gerade bei Schichtarbeit in Fabriken kann ein weiter Arbeitsweg bestimmt ziemlich anstrengend sein, und am Ende bleibt vom Lohn dann auch weniger übrig als gedacht.

Was mir außerdem auffällt ist dieser starke Unterschied zwischen dem riesigen Bedarf und den relativ wenigen tatsächlich vermittelten Arbeitskräften. In Can Tho wurden über 100.000 Menschen beraten, aber nur ungefähr 7.500 in Jobs vermittelt, das klingt erstmal nach einer gewaltigen Lücke. Vielleicht sind viele Angebote nicht passend bezahlt oder die Leute haben nicht die Qualifikationen, die Firmen suchen. Oder es gibt Jobs, die auf dem Papier offen sind, aber in echt mit den Arbeitszeiten und Bedingungen keiner machen möchte. Beides kann ja gleichzeitig stimmen.

Die vielen offenen Stellen in Produktion, Schuhen, Textilien und Fischverarbeitung zeigen auch, wie abhängig die Region von diesen Branchen ist. Wenn dann zum Jahresende plötzlich hunderte oder tausende Leute gebraucht werden, kann man Arbeitskräfte nicht einfach irgendwo bestellen wie neue Maschinen. Ausbildung dauert, und Erfahrung beim Filetieren oder in der Qualitätskontrolle bekommt man auch nicht in zwei Tagen. Dass Unternehmen mehr Schulungen anbieten wollen, wäre deshalb sicher sinnvoll, aber dafür müssen sie vermutlich erstmal Zeit und Geld investieren, statt nur fertige Fachkräfte zu suchen.

Bei den Stellen im Ausland ist der höhere Lohn natürlich verlockend, besonders wenn in Japan oder Südkorea 23 bis 38 Millionen VND möglich sind. Trotzdem bedeutet das ja auch, dass man Familie und Heimat verlässt und wahrscheinlich mit Sprache und neuen Regeln klarkommen muss. Nicht jeder kann oder will so weit weg, auch wenn das Gehalt besser ist. Die Jobmessen in den Gemeinden finde ich deshalb eigentlich eine gute Idee, weil die Informationen dann nicht nur bei Leuten ankommen, die sowieso schon gut vernetzt sind.

Am Ende scheint die Nähe zum Wohnort fast ein eigener Gehaltsbestandteil zu sein. Keine Miete, weniger Transport, mehr Zeit für Kinder und Familie, das kann einen niedrigeren Monatslohn durchaus ausgleichen. Unternehmen sollten vielleicht nicht nur Boni anbieten, sondern auch Fahrdienste, flexible Schichten und vernünftige Pausen. Sonst bleiben die 4.800 offenen Stellen wohl noch eine ganze Weile offen, egal wie oft man sie auf Jobmessen bewirbt.
Ja, das mit dem Arbeitsweg wird oft total unterschätzt. 350.000 VND am Tag klingt erstma viel, aber wenn man lange fährt und noch Miete oder Essen unterwegs zahlt bleibt am Ende garnicht so viel übrig, ausserdem wollen viele halt sichere Arbeitszeiten und keine dauernden Überstunden.
Ich finde vor allem den Teil mit den Jobmessen und dem „Job-Café“ interesant, weil viele Leute ja garnicht wissen wo sie sich bewerben sollen oder ob die Firma überhaupt seriös ist. Das Amt hat in 9 Monaten über 101.500 Menschen beraten, aber nur knapp 7.500 in Jobs vermittelt, dass zeigt schon das zwischen Beratung und echter Arbeit noch eine ziemliche lücke klafft. Vielleicht zählen in der grossen Zahl auch leute mit die nur kurz eine auskunft wollten, sonst wäre die vermittlungsquote ja wirklich sehr klein.

Was ich auch nicht ganz verstehe ist, warum Firmen gleichzeitig hunderte oder sogar tausende Leute suchen und trotzdem nicht genug Bewerber finden. Klar, bei Fischverarbeitung, Textil und Schuhen ist die Arbeit bestimmt anstrengend und nicht jeder will Schicht machen. Dazu kommen lange Arbeitswege und vermutlich hohe Mietkosten in den Industriegebieten. 350.000 VND am Tag klingt erstmal viel, aber wenn man jeden Tag weit fahren muss, essen unterwegs kauft und vielleicht noch eine Wohnung mieten muss, bleibt davon warscheinlich deutlich weniger übrig. Der Lohn ist also nicht automatisch gut, nur weil die Zahl auf dem Papier höher aussieht.

Das Beispiel von Nguyen Phuong Loan finde ich deshalb sehr nachvollziehbar. Sie bleibt bei ihrer Firma weil sie in der Nähe wohnt und dadurch Miete spart. Das wird bei solchen Diskussionen oft vergessen, alle reden nur über Monatsgehalt, aber 2 Stunden Fahrt pro Strecke sind auch eine art unbezahlte Arbeitszeit. Und wenn man Kinder hat, wird es nochmal schwieriger mit Schichten, Überstunden oder spontanen Einsätzen. Kinderbetreuungszulagen sind sicher hilfreich, aber eine Zulage ersetzt keine passende Betreuung in der nähe.

Bei den 5,6 bis 9 Millionen VND in der Schuhfabrik frage ich mich auch, ob die unteren 5,6 Millionen für Vollzeit und Schichtarbeit wirklich reichen. Sozialleistungen und Essenszuschuss sind wichtig, aber die Beschäftigten müssen ja trotzdem ihre normalen Lebenshaltungskosten bezahlen. Vielleicht sollten die Firmen transparenter sagen, was am Ende netto übrig bleibt und wieviel man durch Boni realistisch zusätzlich bekommt. Oft klingt „mit Bonus bis zu“ besser als der tatsächliche Grundlohn dann ist.

Andererseits können die Unternehmen nicht einfach alle probleme alleine lösen. Wenn so viele ungelernte Kräfte fehlen, müsste die Ausbildung wohl schon vorher anfangen, am besten direkt in den Gemeinden und mit kurzen Kursen, statt von Bewerbern sofort Erfahrung und Disziplin zu verlangen. Gerade junge Leute wissen vielleicht garnicht welche Anforderungen in einer Fischfabrik oder Logistikstelle auf sie zukommen. Ein Probearbeitstag oder eine kurze bezahlte Einarbeitung könnte da mehr bringen als noch eine weitere allgemeine Jobmesse.

Die Zahlen aus Ca Mau mit über 4.800 offenen Stellen wirken jedenfalls beeindruckend, aber offene Stellen sind nicht gleich passende Stellen. Ein Bürojob für jemanden ohne Ausbildung hilft nicht viel, und ein Arbeitsplatz in einer anderen Provinz ist ebenfalls nicht für jeden machbar. Die Angebote in Japan, Südkorea und Taiwan mit 23 bis 38 Millionen VND hören sich natürlich verlockend an, aber da kommen Sprachkurse, Vermittlungsgebühren, Verträge und die Trennung von der Familie dazu. Man sollte solche Zahlen deshalb nicht direkt mit einem Job zuhause vergleichen.

Gut finde ich, dass auf lizenzierte Unternehmen hingewiesen wird. Bei Arbeitsvermittlung und Auslandjobs gibt es bestimmt auch unseriöse Anbieter, die Gebühren kassieren und dann verschwinden. Mehr Informationen über Verträge, tatsächliche Arbeitszeiten und Abzüge wären meiner meinung nach genauso wichtig wie die Anzahl der freien Stellen. Sonst gehen Leute zu einer Messe, sehen ein hohes Gehalt und merken später, dass Unterkunft oder Transport extra bezahlt werden müssen.

Am Ende scheint der Arbeitskräftemangel also weniger ein reines Mengenproblem zu sein, sondern eher ein passungsproblem zwischen Wohnort, Lohn, Qualifikation und Arbeitsbedingungen. Die Firmen brauchen Personal sofort für Jahresendaufträge, während die Beschäftigten langfristig planen müssen. Wenn Unternehmen bessere Bedingungen, verlässliche Schichten und echte Weiterbildung anbieten, würden vielleicht mehr Leute bleiben. Nur immer mehr Stellenanzeigen zu schalten wird das Problem warscheinlich nicht lösen.
Ja, 350.000 VND klingt erstmal echt viel, aber wenn man jeden Tag ewig pendeln muss bleibt davon halt nicht mehr so viel übrig. Dazu kommt bestimmt auch das die Leute lieber in der Nähe bleiben wegen Familie und so, hohe Löhne alleine lösen den Mangel anscheinend wirklich nicht.
Ja, und die vielen Jobmessen bringen wohl auch wenig wenn die Leute am Ende trotzdem weit fahren müssen oder die Bedingungen nicht passen.
Der Kommentar von Anonymous trifft einen wichtigen Punkt, den man leicht übersieht: Ein höherer Lohn allein löst den Arbeitskräftemangel offenbar nicht automatisch. Wenn am Ende jeden Tag ein langer und teurer Arbeitsweg anfällt oder die Arbeitszeiten schwer mit der Familie vereinbar sind, bleibt von den 350.000 VND Tageslohn natürlich weniger übrig als es zuerst klingt. Gerade bei Beschäftigten mit Kindern können Kinderbetreuung, Mietkosten und die Frage nach planbaren Schichten entscheidend sein.

Spannend finde ich auch, dass die Unternehmen inzwischen deutlich mehr anbieten als nur das Grundgehalt. Zulagen, Gesundheitsvorsorge, Essenszuschüsse und Tet-Boni sind sicherlich hilfreich, aber vermutlich müssen Firmen noch stärker erklären, wie der konkrete Arbeitsalltag aussieht. Viele Menschen wollen wahrscheinlich nicht nur wissen, was sie verdienen, sondern auch, ob die Arbeit sicher ist, wie verlässlich der Lohn ausgezahlt wird und ob es Möglichkeiten gibt, später aufzusteigen.

Bei den vielen offenen Stellen wirkt es fast so, als würden Angebot und Nachfrage regional aneinander vorbeilaufen. In einer Provinz fehlen Arbeitskräfte, gleichzeitig gibt es anderswo vielleicht Menschen, die Arbeit suchen, aber nicht einfach umziehen können oder wollen. Deshalb sind die Jobmessen und die lokale Vermittlung sinnvoll, besonders wenn dort seriöse und lizenzierte Unternehmen direkt erreichbar sind. Online-Angebote helfen zwar, aber gerade bei weniger qualifizierten Jobs dürfte ein persönliches Gespräch viel Vertrauen schaffen.

Die Zahlen zu den Vermittlungsveranstaltungen klingen jedenfalls nach einer Menge Aktivität. Entscheidend wird aber sein, ob aus den Kontakten auch längerfristige Beschäftigung entsteht und nicht nur kurzfristige Einstellungen für die Jahresendproduktion. Wenn Unternehmen wirklich dauerhaft Personal halten möchten, müssen sie wohl in Einarbeitung und Weiterbildung investieren. Ein Bewerber, der heute noch nicht alle Anforderungen erfüllt, kann mit etwas Unterstützung vielleicht schon in einigen Monaten eine gute Fachkraft sein. Das wäre wahrscheinlich nachhaltiger, als jedes Jahr aufs Neue verzweifelt Hunderte Leute zu suchen.
Genau das wird oft unterschätzt: Ein höherer Lohn bringt wenig, wenn jeden Tag lange Wege, teure Mieten oder unsichere Bedingungen dazukommen.
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