Inhaltsverzeichnis:
Betrugsmasche im Praxis-Recruiting: Vorkasse und erfundene Profile
Wie ZWP online berichtet, werden Zahnarztpraxen derzeit von vermeintlichen Personalvermittlern kontaktiert, die von der angeblichen Schließung eines MVZ oder einer größeren Praxis in der Umgebung erzählen. Dadurch sollen mehrere ZFA, Prophylaxekräfte oder Verwaltungsassistentinnen kurzfristig verfügbar sein.
Die angerufene Praxis wird als bevorzugte Empfängerin der Fachkräfte dargestellt. Häufig nennen die Anrufer konkrete Angaben zur Anzahl der Personen, ihrer Berufserfahrung oder zum gewünschten Stundenumfang, um die Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Im nächsten Schritt wird eine Gebühr im hohen vierstelligen Bereich verlangt, die vorab überwiesen werden soll. Als Begründung dienen die angebliche Exklusivität des Angebots oder das große Interesse anderer Praxen; bei zögernden Interessenten wird zusätzlicher Zeitdruck aufgebaut.
Nach der Zahlung erhalten Praxen laut ZWP online zwar Unterlagen, diese enthalten jedoch erfundene Profile, Lebensläufe fachfremder Personen oder Daten realer Fachkräfte, die von einer Vermittlung nichts wissen. Die behauptete Praxisschließung habe nicht stattgefunden, während eine in den AGB erwähnte Geld-zurück-Garantie praktisch nicht greife.
Die Masche trifft auf einen angespannten dentalen Arbeitsmarkt. Unbesetzte Stellen, überlastete Bestandsmitarbeiterinnen und fehlende Zeit zur Prüfung von Anbietern erhöhen die Bereitschaft, ein scheinbar passendes Sofortangebot anzunehmen.
Zusätzlich nutzen die Anrufer branchenspezifisches Wissen. Sie kennen Berufsbezeichnungen und übliche Gehaltsbänder und wissen, dass Prophylaxekräfte besonders gesucht werden.
Ein weiterer Faktor ist die rechtliche Ausgangslage: Private Arbeitsvermittlung ist in Deutschland seit 2002 erlaubnisfrei. Anders als bei der Arbeitnehmerüberlassung kann sich grundsätzlich jeder als Personalvermittler bezeichnen, eine Website aufsetzen und Praxen kontaktieren.
Warnsignale für unseriöse Angebote
- Fachkräfte sollen sofort verfügbar sein, exakt zur Praxis passen und nur noch am selben Tag reserviert werden können.
- Eine pauschale Geld-zurück-Garantie verspricht eine Einstellung innerhalb von 30 Tagen.
- Eine Besetzung soll innerhalb weniger Tage erfolgen, obwohl andere Praxen in der Region Monate nach einer ZFA suchen.
- Der Anbieter setzt die Praxis unter Zeitdruck und verlangt eine Entscheidung am selben Tag.
- Die Kaltakquise beginnt mit einer regional plausiblen Geschichte über eine Praxisschließung.
- Es fehlen belastbare Partnerschaften, eine nachvollziehbare Unternehmenshistorie oder telefonisch überprüfbare Referenzen.
Wer bereits gezahlt und keine verwertbaren Bewerbungen erhalten hat, sollte den Vertrag und die AGB laut ZWP online anwaltlich prüfen lassen. Außerdem kann ein Hinweis an die zuständige Zahnärztekammer dazu beitragen, andere Praxen zu warnen.
Merkmale seriöser Personalvermittler
Seriöse Anbieter verfügen dem Beitrag zufolge über eine nachvollziehbare Historie in der Dentalbranche, feste Ansprechpartner und eine erkennbare Spezialisierung. Sichtbarkeit in Fachmedien sowie Vorträge bei Kammern oder Berufsverbänden können zusätzliche Hinweise auf eine etablierte Tätigkeit geben.
Wichtig sind transparente Referenzen mit Praxen, die tatsächlich kontaktiert werden können. Ein kurzes Telefonat mit zwei oder drei Referenzpraxen könne aussagekräftiger sein als eine Website.
Auch Partnerschaften mit Standesbanken, Berufsverbänden, Fachverlagen oder Abrechnungsdienstleistern werden als Indizien genannt. Solche Kooperationen entstünden nicht über Nacht und setzten voraus, dass der Anbieter dort geprüft worden sei.
Seriöse Vermittler machen außerdem realistische Angaben zum Ablauf. Sie weisen darauf hin, dass die Suche nach einer Prophylaxekraft in einer ländlichen Region Wochen oder Monate dauern kann und auch scheitern kann.
Die Kandidaten sollten von ihrer Vermittlung wissen. Profile dürften nur mit Einwilligung der Fachkraft weitergegeben werden; außerdem sollte die Kandidatin wissen, bei welcher Praxis sie vorgestellt wird, bevor diese Kontakt aufnimmt.
Schließlich bezieht ein seriöser Anbieter die Praxis in den Vermittlungsprozess ein. Dazu gehören Fragen zum Team, zur Arbeitsweise, zu den Gehaltsstrukturen und zu den Gründen für die offene Stelle.
„Wer jede Schließungsgeschichte mit einem Anruf verifiziert, sich Referenzen nennen lässt und Garantieversprechen im Vertrag genau liest, ist gegen die Masche gut abgesichert.“
Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Die beschriebene Masche kombiniert eine erfundene Praxisschließung mit Vorkasse, Zeitdruck und nicht verwertbaren Profilen. ZWP online empfiehlt, Angaben zu überprüfen, Referenzen anzurufen und Garantieversprechen in den Vertragsbedingungen genau zu prüfen.
„Tag der Azubis“ stellt Ausbildung und KI-Resistenz in den Mittelpunkt
marketingscout.com berichtet über den bundesweiten „Tag der Azubis“, den die Kölner Agentur planus media gemeinsam mit dem B|A|M Bundesverband Aussenmedien e. V. ins Leben gerufen hat. Der Aktionstag fand erstmals am 15. September 2026 statt und soll künftig jedes Jahr am gleichen Datum auf die Bedeutung beruflicher Ausbildung aufmerksam machen.
Im Mittelpunkt steht eine DOOH-Kampagne, die nach Angaben der Initiatoren bundesweit mehr als 60 Millionen Kontakte erzielt. Die digitalen Werbeflächen der B|A|M-Mitglieder spielen die Kampagne seit dem 15. September 2026 für zwei Wochen aus.
Die Initiative entstand anlässlich des 20-jährigen Bestehens von planus media. Statt das eigene Firmenjubiläum mit einer klassischen Jubiläumskampagne zu begehen, stellte die Agentur die berufliche Ausbildung in den Mittelpunkt.
„Mit dem 'Tag der Azubis' möchten wir dazu beitragen, die Wahrnehmung und Wertschätzung der beruflichen Ausbildung zu stärken.“
Zu den Unterstützern gehören unter anderem Ströer und WallDecaux sowie Mitgliedsunternehmen des IDOOH. Auch die Einstieg GmbH, die auf Berufsorientierung spezialisiert ist, beteiligt sich an der Initiative.
Der B|A|M-Präsident Alexander Stotz bezeichnete die gemeinsame Unterstützung als Signal der Solidarität. Die OOH-Branche setze ihre Reichweite für ein gesellschaftliches Anliegen ein und wolle junge Menschen für eine Ausbildung begeistern.
Kreatividee „KI-Resistent“
Die Kampagne greift die Frage auf, welche Tätigkeiten auch künftig menschliche Fähigkeiten erfordern. Als zentrale Antworten werden praktische Fähigkeiten, handwerkliches Können und Berufe genannt, in denen menschliche Aktivität eine wesentliche Rolle spielt.
Der Kampagne ging ein Kreativwettbewerb unter mehreren Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen voraus. Insgesamt wurden elf Kampagnenkonzepte eingereicht; durchsetzen konnte sich der Ausbildungscampus Kreativkader mit der Idee „KI-Resistent“.
Das Konzept entwickelten die Kreativkader-Trainees Maximilian Reichenbächer und Martin Huttner, begleitet von Jacques Pense. Unter dem Motto „Prompt eine Ausbildung machen!“ entstanden fünf Sujets, die den Wert beruflicher Ausbildung humorvoll und lebensnah vermitteln.
Eine der Headlines lautet: „Blöde Mathe kann auch die KI. Geile Matte kannst nur Du“. Die Wortspiele übertragen die Debatte über Automatisierung und die Zukunft der Arbeit auf konkrete Alltagssituationen.
Die finale Umsetzung der DOOH-Spots übernahm die Kreativagentur schoepfung unter der Leitung von Rob Brünig und Dirk Kreckeler. Ergänzend zur Außenwerbung gibt es eine Aktionswebsite und eine Social-Media-Kampagne.
Auf der Aktionswebsite ist unter anderem der Berufswahltest der Einstieg GmbH eingebunden. Junge Menschen erhalten dort außerdem weiterführende Informationen zu Ausbildung und Berufswahl.
Rückläufige Ausbildungszahlen als Hintergrund
Nach Angaben von planus media gingen die neuen Ausbildungsverträge in Deutschland im Jahr 2025 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Vergleich zu 2015 lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sogar rund zwölf Prozent niedriger.
Der „Tag der Azubis“ soll diese Entwicklung öffentlich sichtbar machen und die gesellschaftliche Wertschätzung der beruflichen Ausbildung stärken. Zugleich verbindet die Initiative die Themen KI, Berufsorientierung und Fachkräftesicherung mit der Reichweite der Außenwerbebranche.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Der erstmals am 15. September 2026 veranstaltete „Tag der Azubis“ nutzt eine DOOH-Kampagne mit mehr als 60 Millionen Kontakten. Die Initiative von planus media und B|A|M stellt berufliche Ausbildung als Perspektive im KI-Zeitalter heraus und soll künftig jährlich am 15. September stattfinden.
Quellen:














