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EU AI Act stuft KI-Recruiting als Hochrisiko-Anwendung ein
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Personalwesen nimmt zu, wird durch den EU AI Act jedoch stärker reguliert. Anwendungen in Recruiting, Personalentwicklung und Leistungsbewertung gelten künftig als Hochrisiko-Systeme. Das berichtet ad-hoc-news.de unter Berufung auf Experten der Beratung humera.
Unternehmen müssen dafür transparente Governance-Strukturen aufbauen und umfangreiche Anforderungen erfüllen. Nicolas Schwarzpaul, CEO von humera, bezeichnet die Einhaltung der Transparenzpflichten als geschäftskritische Aufgabe. Nach den im Bericht genannten Branchendaten schöpfen derzeit nur 24 Prozent der HR-Funktionen die technologischen Möglichkeiten vollständig aus; viele Transformationsprogramme scheitern demnach an organisatorischen Hürden.
Auch die Gestaltung von Büros bleibt ein wichtiger Bestandteil der Personalarbeit. Eine im Juli veröffentlichte Steelcase-Studie aus neun Ländern identifizierte Defizite bei Wohlbefinden, Fokus und Privatsphäre. Beschäftigte mit Zugang zu mindestens drei verschiedenen Raumtypen steigerten laut Studie ihr Engagement um 14 Prozent und ihr Wohlbefinden um 13 Prozent.
Parallel gewinnt die präventive Gesundheitsförderung an wirtschaftlicher Bedeutung. Psychische Erkrankungen verursachen in Deutschland jährliche Kosten von rund 22,5 Milliarden Euro, während das weltweite Mitarbeiterengagement laut Gallup lediglich bei 21 Prozent liegt. Unternehmen setzen deshalb verstärkt auf Employee Assistance Programs, die Unterstützung bei psychologischen, rechtlichen und finanziellen Fragen anbieten.
Die HR-Abteilung entwickelt sich laut Bericht zunehmend zu einer Führungsinstanz. Jörg Spreitzer von Great Place To Work Österreich plädiert dafür, die Personalleitung direkt in Entscheidungsgremien einzubinden, da HR Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur maßgeblich gestalte und damit Motivation sowie wirtschaftlichen Erfolg beeinflusse.
Am 17. Juli erschien zudem ein Fachbuch von Gunther Wolf zur Mitarbeiterbindung und zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Als Beispiel für messbare Erfolge nennt der Bericht das Softwareunternehmen Veeam, das im Juli in 25 Ländern als attraktiver Arbeitgeber zertifiziert wurde; 83 Prozent der Beschäftigten gaben an, mit ihrem Arbeitsumfeld sehr zufrieden zu sein.
„KI im Personalwesen ist bereits Realität“, sagt Nicolas Schwarzpaul, CEO von humera. „Die Einhaltung von Transparenzpflichten wird zur geschäftskritischen Aufgabe.“
Begleitet werden die technologischen und organisatorischen Entwicklungen von geplanten arbeitsrechtlichen Reformen. In einem Fachgespräch erläuterten Juristen von Baker McKenzie mögliche Änderungen, darunter eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, eine Ausweitung sachgrundloser Befristungen auf bis zu 48 Monate sowie Erleichterungen bei der Kündigung von Hochverdienern.
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- KI-Anwendungen in Recruiting, Personalentwicklung und Leistungsbewertung gelten künftig als Hochrisiko-Systeme.
- Nur 24 Prozent der HR-Funktionen schöpfen technologische Möglichkeiten vollständig aus.
- Mindestens drei Raumtypen steigern das Engagement um 14 Prozent und das Wohlbefinden um 13 Prozent.
- Psychische Erkrankungen verursachen in Deutschland jährlich Kosten von rund 22,5 Milliarden Euro.
- Quelle: ad-hoc-news.de
Fachkräfte-Einwanderung: Zahl der Arbeitserlaubnisse sinkt auf 55.000
Die Fachkräfte-Einwanderung nach Deutschland steht unter zunehmendem Digitalisierungs- und Reformdruck. Im Jahr 2024 sank die Zahl der erteilten Arbeitserlaubnisse für Nicht-EU-Bürger um 25 Prozent auf 55.000. Das berichtet ad-hoc-news.de.
Gleichzeitig wächst der Markt für internationale Professional Employer Organizations, kurz PEO. Prognosen erwarten bis 2033 eine jährliche Wachstumsrate von 12,9 Prozent. Als wichtigste Wachstumstreiber nennt der Bericht die Globalisierung, Remote-Arbeit und den Bedarf an KI-Compliance-Lösungen.
Nordamerika führt den Markt für internationale PEO-Dienstleistungen an. Asien-Pazifik gilt jedoch als das am schnellsten wachsende Segment. Anbieter wie Deel, Remote, Velocity Global und Papaya Global setzen dem Bericht zufolge verstärkt auf Cloud-Lösungen für Gehaltsabrechnung und Personalmanagement.
Zusätzliche Anforderungen entstehen durch die EU-Richtlinie NIS2. Seit Oktober 2024 müssen Unternehmen technische und organisatorische Maßnahmen zum Risikomanagement umsetzen. Betreiber kritischer Infrastrukturen sind besonders betroffen: Sie müssen Sicherheitsüberprüfungen vor der Einstellung durchführen und die Integrität ihrer Mitarbeiter fortlaufend prüfen.
Das Human Risk Management bezieht laut Bericht inzwischen auch Lieferketten ein. Dienstleister und Partner müssen überprüft werden. Die Validato AG aus Zürich bietet dafür Hintergrundchecks in über 200 Ländern an, die internationale Standards wie ISO 27001 erfüllen.
Auch Künstliche Intelligenz verändert Recruiting und Onboarding. In der deutschen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsbranche erwarten 57 Prozent der Unternehmen bis 2030 eine deutliche Reduzierung von Junior-Positionen durch digitale Werkzeuge. Die Branche wuchs 2025 auf ein Volumen von 22,6 Milliarden Euro.
Große Gesellschaften wie Deloitte und KPMG entkoppeln ihr Umsatzwachstum dem Bericht zufolge zunehmend von der Mitarbeiterzahl. Gleichzeitig halten sie an dualen Ausbildungsmodellen fest, die klassische Inhalte mit KI-Kompetenzen verbinden.
Im Juli 2026 kündigte Atlassian Updates für Jira an. KI-native Entwicklung und Coding-Agenten sollen die Durchlaufzeit von Pull-Requests um 36 Prozent senken.
Der Fachkräftemangel bleibt in Deutschland trotz konjunktureller Schwankungen ein strukturelles Problem. Das Marktvolumen der Zeitarbeit sank 2025 auf 30,6 Milliarden Euro, für 2026 wird jedoch ein Wachstum von 6,7 Prozent prognostiziert. Eine steigende Nachfrage wird insbesondere aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Pharmaindustrie erwartet.
Im Ausbildungssektor stieg die Zahl der AzubiTech-Anbieter von 91 im Jahr 2023 auf 194 im Jahr 2026. Nachwuchskräften sind laut Bericht vor allem Arbeitsplatzsicherheit und Work-Life-Balance wichtig: 75 Prozent nennen einen sicheren Arbeitsplatz, 70 Prozent eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Die Bundesregierung setzt zur Beschleunigung der Fachkräfte-Einwanderung auf die Work-and-Stay-Agentur. Ziel ist die Vernetzung von rund 200 Visastellen und 549 Ausländerbehörden. Das Institut der deutschen Wirtschaft warnt jedoch, dass eine reine Digitalisierung nicht ausreiche; notwendig sei eine grundlegende Restrukturierung der Prozesse, um Sicherheitsbedenken und Missbrauchsrisiken bei Arbeitsvisa zu bekämpfen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Rückgang der Arbeitserlaubnisse für Nicht-EU-Bürger im Jahr 2024 | 25 Prozent |
| Erteilte Arbeitserlaubnisse | 55.000 |
| Prognostizierte jährliche Wachstumsrate des internationalen PEO-Marktes bis 2033 | 12,9 Prozent |
| Anteil der Unternehmen mit erwarteter Reduzierung von Junior-Positionen bis 2030 | 57 Prozent |
| Volumen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsbranche 2025 | 22,6 Milliarden Euro |
| Geplante Senkung der Durchlaufzeit von Pull-Requests | 36 Prozent |
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- 2024 wurden 25 Prozent weniger Arbeitserlaubnisse für Nicht-EU-Bürger erteilt; die Zahl sank auf 55.000.
- Die Work-and-Stay-Agentur soll rund 200 Visastellen und 549 Ausländerbehörden vernetzen.
- NIS2 erhöht die Anforderungen an Personalsicherheit und Lieferkettenkontrollen.
- Quelle: ad-hoc-news.de
Digitale Personalakte wird ab dem 1. Januar 2027 verpflichtend
Unternehmen müssen ihre Entgeltunterlagen ab dem 1. Januar 2027 ausschließlich digital führen. Betroffen sind unter anderem Immatrikulationsnachweise, Krankenkassenbescheinigungen und Arbeitszeitnachweise. Das berichtet ad-hoc-news.de im Zusammenhang mit dem Wandel des Arbeitsmarktes, dem demografischen Wandel und neuen technologischen Anforderungen.
Bis Ende des Jahrzehnts werden schätzungsweise 6,5 Millionen Erwerbstätige den Arbeitsmarkt verlassen. Gleichzeitig verschärfen unbesetzte Ausbildungsplätze und eine hohe Abbruchquote den Wettbewerb um Nachwuchskräfte. Unternehmen reagieren darauf mit digitalen Personalprozessen und neuen Rekrutierungsstrategien.
Nach Einschätzung der im Bericht genannten Experten kann die Umstellung auf digitale Personalakten bis zu 50 Prozent Verwaltungszeit einsparen. Die Investitionen amortisieren sich demnach in der Regel innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Übergangsfristen gibt es laut Bericht nicht; Ausnahmen sind ab 2027 ausgeschlossen.
Parallel entsteht ein wachsender Markt für Ausbildungstechnologien. Die Zahl der AzubiTech-Anbieter stieg von 91 im Jahr 2023 auf 194 im Jahr 2026. Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Recruiting und Employer Branding.
Jährlich bleiben rund 54.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, während die Abbruchquote bei etwa 25 Prozent liegt. Junge Bewerber setzen andere Prioritäten: 75 Prozent der Azubis legen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz, 70 Prozent fordern eine ausgewogene Work-Life-Balance. Weitere 44 Prozent haben Schwierigkeiten, sich ein konkretes Bild von ihrem Beruf zu machen.
Für die Personalsuche gewinnen soziale Medien an Bedeutung, werden aber noch nicht von der Mehrheit der Unternehmen genutzt. Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2025 setzen 22 Prozent der Unternehmen TikTok für die Personalsuche ein, 36 Prozent LinkedIn und 43 Prozent YouTube.
Die sozialen Netzwerke erreichen insbesondere jüngere Beschäftigtengruppen. 45 Prozent der Generation Y und 58 Prozent der Generation Z wurden über soziale Medien auf ihren aktuellen Arbeitgeber aufmerksam. Unternehmen wie Ziehl-Abegg und der Landmaschinenhersteller Grimme nutzen dafür Podcasts, YouTube-Videos oder Instagram.
Spezialisierte Vermittler setzen auf umfangreiche Datenbanken. EMC Adam arbeitet im medizinischen Bereich mit mehreren zehntausend Profilen; dadurch sinkt die Besetzungszeit für dringende Positionen auf durchschnittlich 60 Tage.
Auch die Zeitarbeitsbranche befindet sich in einem Strukturwandel. Nach dem Rückgang des Marktvolumens auf 30,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 erwarten Experten für 2026 ein Umsatzwachstum von 6,7 Prozent. Neue Nachfrage kommt insbesondere aus Rüstung, Luft- und Raumfahrt sowie der Pharmaindustrie.
Bei den Anforderungen an Beschäftigte gewinnen KI-Kompetenzen an Bedeutung. Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 288 neue KI-spezifische Jobtitel registriert. 64 Prozent dieser KI-geprägten Berufe sind außerhalb des Technologiesektors angesiedelt.
Im Marketing standen im zweiten Quartal 2026 über 78.000 offene Stellen 63.000 Arbeitssuchenden gegenüber. KI-Kenntnisse werden in Stellenausschreibungen laut Bericht immer häufiger vorausgesetzt. Gesucht werden zunehmend Fachkräfte als „Trusted Advisor“, die technisches Verständnis mit Entscheidungsfähigkeit und Kundenorientierung verbinden.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Beginn der Pflicht zur ausschließlich digitalen Führung von Entgeltunterlagen | 1. Januar 2027 |
| Erwarteter Austritt von Erwerbstätigen bis Ende des Jahrzehnts | 6,5 Millionen |
| Mögliche Einsparung bei der Verwaltungszeit durch digitale Personalakten | bis zu 50 Prozent |
| Amortisationszeit der Investitionen | 12 bis 18 Monate |
| Unbesetzte Ausbildungsplätze pro Jahr | rund 54.000 |
| Ausbildungsabbruchquote | etwa 25 Prozent |
| Neue KI-spezifische Jobtitel im ersten Quartal 2026 | 288 |
| Offene Marketingstellen im zweiten Quartal 2026 | über 78.000 |
| Arbeitssuchende im Marketing im zweiten Quartal 2026 | 63.000 |
Infobox – wichtigste Erkenntnisse:
- Ab dem 1. Januar 2027 müssen Entgeltunterlagen ausschließlich digital geführt werden.
- Die Zahl der AzubiTech-Anbieter stieg von 91 im Jahr 2023 auf 194 im Jahr 2026.
- Soziale Medien werden für Recruiting genutzt, insbesondere von Generation Y und Generation Z.
- KI-Kompetenzen werden auch außerhalb des Technologiesektors zu einer wichtigen Anforderung.
- Quelle: ad-hoc-news.de
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