KI im Recruiting: Nur vier Großunternehmen informieren Bewerber transparent

KI-generiert
01.11.2026 268 mal gelesen 13 Kommentare

KI im Recruiting: Nur wenige Unternehmen informieren Bewerber transparent

Die Bewerbungsflut nimmt zu, weil KI-Tools wie ChatGPT Anschreiben und Lebensläufe in Sekunden erstellen können. Dadurch bewerben sich immer mehr Menschen auf jede offene Stelle, während viele Personalabteilungen mit der Zahl der Bewerbungen überfordert sind.

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Als Reaktion setzen zahlreiche Großunternehmen selbst künstliche Intelligenz im Recruiting ein. Der HR-Softwareanbieter Lucca hat laut Heute 25 der größten deutschen Arbeitgeber untersucht und daraus einen KI-Transparenz-Index erstellt.

Das Ergebnis: 21 der untersuchten Unternehmen nutzen Recruiting-Software mit KI-Funktionen. Offen kommunizieren dies jedoch nur vier Unternehmen: Bayer, SAP, Allianz und Siemens. Bei den übrigen Unternehmen findet sich der Hinweis laut dem Bericht bestenfalls in den Datenschutzhinweisen.

UnternehmenErgebnis im KI-Transparenz-Index
Allianz26 von 30 möglichen Punkten
Deutsche Telekom20 Punkte
SAP20 Punkte
Siemens Energy5 Punkte
Aldi Nord1 Punkt

Die Allianz führt das Ranking mit 26 von 30 möglichen Punkten an. Die Deutsche Telekom und SAP teilen sich mit jeweils 20 Punkten den zweiten Platz. Am unteren Ende liegt Aldi Nord mit einem Punkt, während Siemens Energy mit fünf Punkten den vorletzten Platz belegt.

Der Bericht nennt als mögliche Hinweise auf einen KI-Einsatz Begriffe wie „automatisierte Verarbeitung“ oder „Vorauswahl“. Lucca-Manager Marek Kraus rät Bewerbern deshalb, die Datenschutzhinweise eines Unternehmens genau zu prüfen.

Wer von einem KI-gestützten Auswahlverfahren ausgeht, kann laut dem Bericht Schlagworte und Anforderungen aus der Stellenausschreibung gezielt in den eigenen Lebenslauf und das Anschreiben übernehmen. Auf diese Weise sollen KI-Systeme die relevanten Qualifikationen und Begriffe leichter erkennen.

„Begriffe wie ‚automatisierte Verarbeitung‘ oder ‚Vorauswahl‘ deuten auf KI-Einsatz hin“, wird Lucca-Manager Marek Kraus von Heute wiedergegeben.

Infobox: Laut Heute setzen 21 von 25 untersuchten Unternehmen Recruiting-Software mit KI-Funktionen ein. Nur Bayer, SAP, Allianz und Siemens kommunizieren diesen Einsatz klar nach außen; die Allianz erreicht mit 26 von 30 möglichen Punkten den höchsten Transparenzwert.

Quellen:

Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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Das ist schon ziemlich bedenklich, vorallem wenn man erst im kleingedruckten erfährt das eine KI vorsortiert. Die Tips mit den Schlagwörtern klingen aber auch etwas schräg, dann schreibt am Ende jeder nur noch für den Algorithmus und nicht mehr für den Menschen, oder hab ich da was falsch verstanden?
Finde auch das verschweigen in den Datenschutzhinweisen echt problematisch, weil Bewerber so garnicht wissen ob ein Mensch oder ein algorythmus über ihre Zukunft entscheidet.
Wenn selbst die Datenschutzhinweise kaum verständlich sind, bringt es Bewerbern doch wenig einfach ein paar Schlagwörter einzubauen, weil man dann eher für die Software schreibt und garnicht weis ob ein Mensch die Unterlagen überhaupt noch richtig anschaut.
Ich finde vor allem den Widerspruch ziemlich heftig: Von Bewerbern wird erwartet, dass sie ihre Unterlagen möglichst passend und persönlich formulieren, gleichzeitig werden sie dann offenbar von Systemen nach bestimmten Begriffen durchgekämmt. Wer die richtigen Wörter nicht benutzt, kann also rausfallen, obwohl die Person fachlich vielleicht super geeignet wäre. Das ist doch kein faires Auswahlverfahren mehr, sondern eher ein Ratespiel was die Software gerade hören möchte.

Und diese Hinweise in den Datenschutzerklärungen bringen meiner Meinung nach fast garnichts. Die meisten lesen sowas doch nicht komplett durch, zumal die Texte oft so geschrieben sind als wären sie absichtlich möglichst schwer verständlich. Wenn wirklich eine KI über meine berufliche Zukunft mitsortiert, sollte das doch direkt auf der Bewerbungsseite stehen und nicht irgendwo zwischen Cookies, Aufbewahrungsfristen und irgendwelchen Rechtsbegriffen versteckt sein.

Was ich auch komisch finde ist, dass hier von Transparenz gesprochen wird, aber die Unternehmen anscheinend nicht erklären müssen, wie genau das System entscheidet. Ein Satz wie „automatisierte Verarbeitung“ kann ja alles bedeuten, vom simplen Sortieren nach Eingang bis zu einer richtigen Bewertung von Lebenslauf und Anschreiben. Vielleicht wird nur nach fehlenden Pflichtfeldern geschaut, vielleicht aber auch nach Alter, Lücken im Lebenslauf oder bestimmten Formulierungen. Als Bewerber hat man keine Ahnung und kann Fehler dadurch auch kaum anfechten.

Die Empfehlung mit den Schlagwörtern macht die Sache irgendwie noch absurder. Dann schreiben am Ende alle dieselben Begriffe aus der Anzeige in ihre Unterlagen und die Bewerbungen werden noch künstlicher. Wer gut im Optimieren ist, kommt weiter, aber nicht unbedingt wer die beste Erfahrung hat. Leute die nicht so gut Deutsch können oder sich keine professionelle Bewerbung leisten können, werden dadurch vermutlich extra benachteiligt. Und wenn alle nur noch für den Algorithmus schreiben, erkennt man irgendwann garnicht mehr, ob überhaupt noch jemand den Text gelesen hat.

Natürlich kann KI im Personalbereich auch bei einfachen Aufgaben helfen, sonst erstickt eine Personalabteilung vielleicht wirklich in tausenden Bewerbungen. Aber dann müsste ein Mensch die Entscheidung kontrollieren und es müsste einen klaren Ansprechpartner geben. Vorallem sollte man erfahren können, ob man wegen einer Maschine aussortiert wurde und wie man eine manuelle Prüfung verlangt. Sonst wird aus einer Unterstützung sehr schnell eine unsichtbare automatische Absage.

Die Zahlen aus dem Bericht finde ich deshalb schon bedenklich. Dass 21 von 25 Unternehmen solche Funktionen einsetzen und nur vier das offen sagen, wirkt nicht gerade vertrauenserweckend. Besonders bei großen Firmen sollte man eigentlich erwarten, dass sie bei sowas vorbildlich sind. Transparenz darf doch kein Bonus sein, den nur ein paar Unternehmen bekommen, sondern müsste der normale Standard werden. Vielleicht sollte man sich als Bewerber tatsächlich jedesmal die Datenschutzhinweise durchlesen, aber ehrlich gesagt kann das nicht die dauerhafte Lösung sein. Die Firmen wissen selbst ganz genau, welche Technik sie benutzen, also können sie es auch verständlich hinschreiben.
Genau diese fehlende Transparenz ist das Problem, denn Bewerber sollten vor dem Absenden wissen, ob zuerst ein Mensch oder ein Algorithmus ihre Unterlagen bewertet.
Genau das ist der Knackpunkt, denn Schlagwörter in den Lebenslauf zu packen damit die Software einen besser findet macht die Bewerbung doch eher zu einem Wettrüsten und sagt am Ende kaum noch was über den Menschen aus.
Ja genau, das ist der eigentliche Knackpunkt: Wenn man erst in irgendwelchen Datenschutzhinweisen suchen muss, ist das doch keine wirkliche Transparenz mehr. Und die Empfehlung mit den Schlagwörtern find ich auch ziemlich fragwürdig, dann wird der Lebenslauf am Ende für die Software geschrieben statt für die Personaler, die ihn eigentlich lesen sollten.
Ich finde, der entscheidende Punkt ist weniger, dass Unternehmen KI einsetzen, sondern dass Bewerber davon oft erst viel zu spät erfahren. Ein kurzer, gut sichtbarer Hinweis im Bewerbungsprozess wäre doch wirklich nicht zu viel verlangt, gerade wenn dadurch Menschen aussortiert werden können. Und dass man seinen Lebenslauf dann mit Schlagwörtern für die Software optimieren soll, zeigt ja auch, wie schief das Ganze inzwischen läuft.
Genau das ist der Punkt, der mich an der Sache am meisten stört. Wenn Unternehmen eine KI bei der Vorauswahl benutzen, sollte das doch nicht irgendwo versteckt in einem Datenschutztext stehen, den eh kaum jemand komplett liest. Die meisten Bewerber klicken sich durch mehrere Seiten und suchen eigentlich nur nach der E Mail Adresse oder dem Bewerbungsportal, da wird keiner freiwillig noch 18 Seiten Datenschutzerklärung studieren.

Und dann soll man selber die Schlagwörter aus der Anzeige in den Lebenslauf übernehmen, damit die Maschine einen besser erkennt. Das klingt irgendwie wie ein Wettbewerb wer besser die Sprache des Programms nachmacht. Am Ende kann jemand fachlich super geeignet sein, aber wird aussortiert weil er nicht genau die Begriffe benutzt hat, die in der Anzeige standen. Ein Mensch würde vielleicht verstehen das „Kundenbetreuung“ und „Kundenservice“ ziemlich das gleiche sein kann, eine Software vieleicht nicht, oder sie bewertet das anders.

Was ich auch schwierig finde ist, dass KI ja nicht automatisch neutral ist nur weil sie ein Computerprogramm ist. Wenn die Daten aus alten Bewerbungen kommen, übernimmt das System warscheinlich auch die alten Vorurteile. Dann werden bestimmte Lebensläufe bevorzugt und andere landen hinten, ohne das überhaupt jemand merkt. Besonders blöd ist das für Leute mit ungewöhnlichen Lebenswegen, Quereinsteiger oder längeren Pausen. Eine Maschine sieht da eventuell nur Lücken und keine Gründe dafür.

Die Zahlen mit 21 von 25 Unternehmen sind schon heftig. Und das nur vier davon offen sagen was sie machen, ist eigentlich ein ziemlich schlechtes Zeichen. Gerade große Firmen reden sonst dauernd von Vertrauen und moderner Arbeitswelt, aber bei der Bewerbung wird dann lieber möglichst wenig erklärt. Transparenz sollte doch nicht davon abhängen, ob jemand zufällig den richtigen Absatz in den Datenschutzinfos findet.

Ich frage mich auch, ob Bewerber erfahren, wenn die KI einen Fehler macht oder ob es eine Möglichkeit gibt das überprüfen zu lassen. Wenn man abgelehnt wird, bekommt man meistens sowieso nur eine Standardmail. Dann weiß man nicht ob ein Mensch den Lebenslauf angeschaut hat, ob ein Programm irgendwelche Wörter vermisst hat oder ob die Stelle schon intern vergeben war. Das ist für die betroffene Person alles ein bisschen wie eine Blackbox.

Andererseits verstehe ich schon, dass Firmen bei tausenden Bewerbungen irgendwie vorsortieren müssen. Jeder Personalmitarbeiter kann unmöglich alles in der gleichen Tiefe lesen. Aber dann müsste die KI eher ein Hilfsmittel sein und nicht der Türsteher, der entscheidet wer überhaupt zum Menschen weiter kommt. Und die Verantwortung darf man auch nicht einfach auf die Software schieben, weil am Ende trotzdem die Firma dafür zuständig ist.

Die Empfehlung mit den Schlagwörtern finde ich deshalb eher traurig als hilfreich. Klar, man kann seinen Lebenslauf an die Ausschreibung anpassen, das macht man ja sowieso ein bisschen. Aber wenn man jetzt extra Text einbaut nur damit ein Algorithmus zufrieden ist, wird die Bewerbung irgendwann sehr künstlich und alle schreiben den selben Einheitsbrei. Dann gewinnt nicht die beste Person sondern vielleicht die, die am besten Bewerbungstexte optimieren kann, oder die sich ein gutes KI Tool leisten kann.

Vorallem ältere Bewerber oder Leute die nicht so geübt mit solchen Systemen sind haben da vermutlich einen Nachteil. Und wenn Unternehmen schon KI einsetzen, sollten sie wenigstens deutlich sagen welche Daten verarbeitet werden, wofür und ob danach noch ein echter Mensch entscheidet. Das wäre eigentlich keine besondere Zusatzleistung sondern das mindeste. Nakne Datenschutzformulierungen helfen da nicht wirklich weiter, wenn keiner sie versteht.

Ich finde auch, dass der Begriff „KI“ manchmal sehr groß klingt, obwohl es vielleicht nur eine Software ist die Wörter zählt oder Bewerbungen sortiert. Trotzdem muss man das klar benennen, weil Bewerber sonst von etwas anderem ausgehen. Wenn nur ein Mensch die Unterlagen liest ist das eine andere Situation, als wenn vorher automatisch Punkte verteilt und Kandidaten aussortiert werden.

Der Index ist jedenfalls interessant, aber fünf oder vier Unternehmen als Vorbild bei 25 untersuchten Firmen ist schon ziemlich wenig. Hoffentlich bleibt das nicht nur ein Ranking für die Presse, sondern führt auch dazu, dass Firmen ihre Bewerbungsseiten wirklich verständlicher machen. Wer Arbeit sucht sollte nicht erstmal Detektiv spielen müssen um herauszufinden, ob eine Maschine über die eigene Zukunft entscheidet.
Genau das ist der Knackpunkt: Bewerber sollten nicht erst mühsam Datenschutzhinweise durchsuchen müssen, um zu erfahren, ob eine KI über ihre Zukunft mitentscheidet.
Ich finde vorallem den Punkt wichtig, dass viele Firmen sowas offenbar irgendwo in den Datenschutztext verstecken und dann denken damit ist alles erledigt. Die meisten lesen diese Texte doch garnicht komplett, erst recht nicht wenn man gerade eine Bewerbung nach der anderen rausschickt. „Automatisierte Verarbeitung“ kann ja auch alles mögliche heißen, von normaler Software bis zu einer KI die entscheidet wer weiter kommt, da bleibt man als Bewerber ziemlich im dunkeln.

Das mit den Schlagwörtern ist auch so eine sache. Einerseits logisch, wenn ein System nur nach passenden Begriffen sucht, aber andererseits wird dadurch doch genau das gefördert was man eigentlich verhindern will. Dann schreiben alle dieselben Begriffe aus der Anzeige ab und am Ende sieht jeder Lebenslauf gleich aus. Wer die richtigen Wörter kennt kommt weiter, auch wenn jemand anderes vielleicht viel besser zur Stelle passen würde. Und ältere Bewerber oder Leute die nicht so gut mit solchen Systemen umgehen können, haben dann vermutlich noch mehr Nachteile.

Ausserdem frage ich mich wie zuverlässig diese Programme überhaupt sind. Ein Lebenslauf ist ja nicht nur eine Liste von Wörtern. Vielleicht hat jemand eine Fähigkeit anders beschrieben oder kommt aus einem Bereich wo andere Begriffe üblich sind, und wird deswegen aussortiert obwohl die Erfahrung passt. Das kann doch schnell passieren. Und wenn keiner weis das eine KI beteiligt war, kann man gegen eine falsche Entscheidung auch schlecht etwas sagen oder nachfragen.

Die vier Unternehmen die es offen kommunizieren stehen natürlich erstmal besser da, aber nur transparent zu sein reicht meiner meinung nach auch nicht ganz. Man müsste schon erklären, an welcher stelle die KI eingesetzt wird und ob am Ende noch ein Mensch die Unterlagen anschaut. „KI im Recruiting“ kann ja bedeuten dass nur Bewerbungen sortiert werden, oder dass ein Programm eine richtige Empfehlung für die Einstellung abgibt. Das sind schon zwei ziemlich verschiedene sachen.

Komisch finde ich auch, dass in der Tabelle Siemens Energy nur 5 Punkte hat, aber Siemens trotzdem als eines der Unternehmen genannt wird die den Einsatz klar nach außen kommunizieren. Vielleicht sind die Kriterien einfach sehr streng oder es geht dabei um verschiedene Siemens Bereiche, keine ahnung. Genau solche Unterschiede müsste man im Bericht vielleicht besser erklären, weil sonst bleibt bei Lesern wieder nur hängen wer vorne und hinten ist.

Ich glaube jedenfalls nicht das man diese Entwicklung noch zurückdrehen kann. Dafür gibt es einfach zu viele Bewerbungen und zu wenig Zeit in den Personalabteilungen. Aber dann sollte es klare Regeln geben, eine verständliche Info direkt beim Bewerbungsformular und eine Möglichkeit für Menschen, eine Entscheidung überprüfen zu lassen. Sonst wird aus dem Fachkräftemangel irgendwann ein Filterproblem, und keiner weis mehr ob er wegen seiner Qualifikation oder wegen fehlender Schlagwörter abgelehnt wurde.
Genau diese versteckten Hinweise sind das Problem, denn wer keine klare Information bekommt, kann auch kaum einschätzen, ob die eigene Bewerbung fair bewertet wird.
Ich finde den Punkt mit der fehlenden Info auch noch garnicht genug diskutiert. Wenn eine Firma meine Bewerbung von einer Software prüfen lässt, sollte das doch direkt und deutlich da stehen und nicht irgendwo zwischen 40 Seiten Datenschutz versteckt sein. Da kann man ja gleich schreiben „wir machen alles irgendwie automatisch“ und fertig. Vorallem ist „automatisierte Verarbeitung“ so allgemein, das kann ja auch nur das abspeichern von Daten bedeuten und nicht unbedingt das aussortieren durch eine KI.

Was ich aber noch schlimmer finde ist, das Bewerber dann ihre Unterlagen extra für solche Systeme bauen sollen. Dann gewinnt am Ende nicht der am besten geeignete Mensch, sondern der, der die richtigen Schlagwörter errät oder zufällig genau die Begriffe aus der Anzeige kopiert. Das ist doch kein fairer Wettbewerb mehr, sondern bisschen wie Suchmaschinen-Optimierung beim Bewerbungsschreiben. Wer gute Erfahrung hat aber nicht die selben Formulierungen benutzt, fliegt vielleicht raus, während jemand mit hübsch zusammenkopiertem Lebenslauf weiterkommt. Und dann wundern sich alle, warum Bewerbungen immer gleich klingen.

Auch diese Rangliste ist interessant, wobei ich mich frage, was genau die 30 Punkte bedeuten und wer das wie bewertet hat. Allianz mit 26 klingt erstmal super, aber transparent heißt ja nicht automatisch, dass das Verfahren gerecht oder fehlerfrei ist. Man kann offen sagen, dass eine KI benutzt wird und trotzdem niemand erklären, wie sie entscheidet oder ob Menschen die Ergebnisse wirklich kontrollieren. Das sind ja nochmal zwei ganz andere Sachen, die im Artikel etwas untergehen.

21 von 25 Unternehmen ist jedenfalls eine ziemlich hohe Zahl. Da sollte es eigentlich längst eine klare Pflicht geben, die Bewerber in normaler Sprache zu informieren. Nicht nur Datenschutzerklärung, sondern direkt im Bewerbungsprozess: welches Tool wird verwendet, wofür genau, welche Daten werden ausgewertet und kann ein Mensch die Entscheidung nochmal prüfen. Gerade wenn jemand wegen eines automatischen Filters nicht weiterkommt, sollte man das auch erfahren und nicht einfach eine Standardabsage bekommen.

Und bei Aldi Nord mit einem Punkt frage ich mich schon, ob dort überhaupt jemand gemerkt hat, dass Bewerber sowas wissen wollen. Vielleicht ist das ganze Thema für Firmen bequem, weil Bewerber bei einer Maschine weniger nachfragen als bei einem echten Personalchef. Aber genau deshalb braucht es klare Regeln. Eine Bewerbung ist für viele Leute keine Kleinigkeit, da hängen Miete, Zukunft und manchmal die ganze berufliche Planung dran. Das sollte nicht an einem unbekannten Algorithmus und ein paar fehlenden Stichwörtern scheitern.
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