Print bleibt gefragt: Stellenanzeigen und Berufsalternativen im Wandel

KI-generiert
08.09.2026 221 mal gelesen 2 Kommentare

Print-Stellenanzeigen sind laut Personalwirtschaft auf knapp 100.000 Ausschreibungen gesunken. Dennoch bleiben gedruckte Inserate insbesondere für Pflege, Handwerk und die öffentliche Verwaltung ein wirksames Instrument im Recruiting.

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Als Beispiele nennt der Beitrag eine Klinik im Bayerischen Wald, die eine Stationsleitung sucht, einen mittelständischen Maschinenbauer mit Bedarf an Zerspanungsmechanikerinnen und -mechanikern sowie die Verwaltung einer niederbayerischen Gemeinde, die eine IT-Fachkraft ausschreibt. Diese Anzeigen fallen in den Stellenmärkten der „tz“ und des „Münchner Merkur“ durch ihr markantes Format auf. Nach Einschätzung des Artikels lassen sich die Beispiele auf das gesamte Bundesgebiet und die dort vorhandenen Printangebote übertragen. Dazu zählen auch kostenlose Anzeigenblätter, die ein breites Spektrum an Jobs veröffentlichen.

Der Beitrag stellt damit die verbreitete Annahme infrage, wonach Stellenanzeigen vollständig ins digitale Universum aus Internet-Plattformen, Social-Media-Kanälen und Künstlicher Intelligenz abwandern. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Bedeutungsverlust der gedruckten Jobofferte möglicherweise überschätzt wird und ob Printanzeigen vor einem Revirement stehen.

AspektAngabe aus der Quelle
Print-Stellenanzeigenknapp 100.000 Ausschreibungen
Besonders genannte BranchenPflege, Handwerk und öffentliche Verwaltung
Beispiele für ausgeschriebene StellenStationsleitung, Zerspanungsmechanikerinnen und -mechaniker, IT-Fachkraft

Zusammenfassung: Quelle Personalwirtschaft berichtet, dass Print-Stellenanzeigen zwar deutlich weniger verbreitet sind, in Pflege, Handwerk und öffentlicher Verwaltung jedoch weiterhin eingesetzt werden und dort wirksam sein können.

Leonhard Braun baut sich während der Coronapandemie ein zweites berufliches Standbein auf

Das St. Galler Tagblatt berichtet über Leonhard Braun aus Rorschach, der seinen Berufsalltag zwischen Himmel und Asphalt verbringt. Braun arbeitet als Linienpilot und hat sich während der Coronapandemie ein zweites berufliches Standbein im Recruiting aufgebaut.

Der gebürtige Deutsche liebt laut St. Galler Tagblatt seinen Beruf als Linienpilot. Gleichzeitig ist er als Recruiting-Berater im Nebenjob tätig und verfolgt damit einen beruflichen Plan B. Der Beitrag beschreibt ihn als Rorschacher, der zwischen seiner Tätigkeit als Pilot und seiner Arbeit im Recruiting wechselt.

Weitere Einzelheiten sind in der vorliegenden Quelle nicht frei zugänglich, da der Artikel als exklusiver Inhalt für Abonnenten gekennzeichnet ist.

  • Hauptberuf: Linienpilot
  • Nebenberuf: Recruiting-Berater
  • Ort: Rorschach
  • Anlass für den Aufbau des zweiten Standbeins: Coronapandemie

Zusammenfassung: Quelle St. Galler Tagblatt porträtiert Leonhard Braun aus Rorschach, der als Linienpilot arbeitet und sich während der Coronapandemie zusätzlich im Recruiting etablierte.

Quellen:

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Ich find den gedanken eigendlich garnicht so falsch, das Printanzeigen noch nicht komplett weg sind. Gerade bei Handwerk oder Pflege schaut bestimmt nicht jeder den ganzen tag auf LinkedIn und solche plattformen, manche leute lesen halt beim kaffe noch Zeitung, auch wenn das jetzt vieleicht altmodisch klingt. Und bei einer Gemeinde stell ich mir vor das eine Anzeige im lokalen Blatt sogar mehr vertrauen macht als irgendein algorythmus der einem den job zuschiebt.

Die fast 100.000 ausschreibungen klingen aber trotzdem erstmal nach ziemlich wenig im vergleich zu früher, wobei man natürlich nicht weis wie genau gezählt wurde. Online gibts ja auch viel mehr doppelte Anzeigen und irgendwelche uralten stellen die noch drinn stehen. Deshalb sind Zahlen bei sowas immer ein bischen mit vorsicht zu geniesen. Das markante Format von den Beispielen ist bestimmt auch absicht, weil eine kleine Anzeige zwischen 200 anderen schnell übersehen wird. Eine riesige Anzeige sieht man wenigstens, ob man sie nun gut findet oder nicht.

Der Pilot mit dem Recruiting Nebenjob ist auch interesant, wobei ich mich frage ob das wirklich ein Plan B oder eher schon Plan C ist, weil Pilot sein ja sowieso ein Beruf mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten ist. Während Corona war das bestimmt auch eine ziemliche unsicherheit, da war es logisch sich noch was anderes aufzubauen. Recruiting passt vielleicht sogar ganz gut, weil man als Pilot bestimmt viel mit Menschen zu tun hat und gut organisieren muss. Andererseits ist Recruiting ja nicht einfach nur telefonieren und Lebensläufe weiterleiten, da gehört doch deutlich mehr dazu denke ich.

Was im Artikel leider fehlt ist, ob die Leute sich dann wirklich über die Zeitung beworben haben oder die Anzeige nur gesehen und danach online gesucht haben. Vielleicht ist Print heute eher der erste Kontakt und die eigentliche Bewerbung läuft trotzdem digital. Dann wäre Print nicht der gegensatz zum Internet, sondern mehr so der Wegweiser dahin. Das könnte auch erklären warum solche Anzeigen besonders in kleineren Regionen noch funktionieren, wo jeder jeden kennt und lokale Medien nicht ganz so beliebig wirken.

KI wird den Stellenmarkt sicher noch verändern, aber ob sie automatisch alles besser macht bezweifle ich etwas. Wenn eine Maschine Stellenanzeigen schreibt, sehen am Ende viele davon gleich aus und klingen wie aus einem Plastikbaukasten. Eine Anzeige für eine Stationsleitung braucht vielleicht andere Infos als für eine Zerspanungsmechanikerin, und bei einer IT Stelle will man auch wissen ob die Verwaltung überhaupt moderne Technik hat oder nur einen Drucker der ständig kaputt ist. Am Ende zählt halt doch, ob jemand sich angesprochen fühlt. Print ist also warscheinlich nicht zurück auf dem Thron, aber ganz tot ist es offenbar auch noch nicht.
Ich finde den punkt mit den kostenlosen Anzeigenblättern noch ganz spannend, der ist im ersten Kommentar glaub ich etwas untergegangen. Die werden ja oft direkt in Briefkästen verteilt und erreichen dadurch auch Leute, die garnicht aktiv nach einer Stelle suchen. Gerade jemand der nur mal nebenbei die Zeitung durchblättert sieht vielleicht eine Anzeige und denkt sich, ach da könnte ich mich eigentlich mal bewerben. Bei Onlineportalen muss man ja meistens schon vorher wissen wonach man sucht und irgendwelche Suchbegriffe eingeben, sonst bekommt man die Stelle garnicht angezeigt.

Auch die Übertragbarkeit auf das ganze Bundesgebiet würde ich nicht einfach so unterschreiben. Was in Bayern mit dem Münchner Merkur oder der tz klappt, muss in einer anderen Gegend nicht genauso funktionieren. Manche Regionalzeitungen haben vielleicht noch eine ziemlich hohe Leserschaft, andere werden fast nur noch von älteren Leuten gekauft. Und bei kostenlosen Blättern kommt es bestimmt auch darauf an, ob die wirklich gelesen werden oder direkt unten im Altpapier landen, weil schon wieder Werbung für den nächsten Möbelmarkt drinn ist. Eine hohe Auflage bedeutet deshalb meiner Meinung nach nicht automatisch viele Bewerber.

Bei den genannten Berufen sieht man aber schon warum Print nicht komplett verschwinden wird. Eine Stationsleitung ist ja keine Stelle, die nur für Berufseinsteiger gedacht ist, sondern da sucht man wahrscheinlich Erfahrung und Leute aus der Region. Bei Zerspanungsmechanikern ist es ähnlich, da gibt es vielleicht Fachkräfte die nicht dauernd auf Karrierenetzwerken unterwegs sind. Und eine IT-Stelle bei einer Gemeinde klingt zwar digital, aber die möglichen Bewerber sitzen vielleicht trotzdem vorallem in der Umgebung und kennen die Zeitung noch aus dem Alltag. Das ist irgendwie ein komischer Gegensatz, die moderne Stelle wird mit einem alten Medium beworben.

Was ich noch nicht ganz verstehe ist der Begriff wirksam. Wird eine Anzeige schon als erfolgreich gezählt wenn viele sie gesehen haben, oder erst wenn dadurch eine Einstellung zustande kommt? Vielleicht sind Printanzeigen auch deshalb beliebt, weil sie einen seriösen Eindruck machen und nicht weil sie messbar mehr Bewerbungen bringen. In einer Zeitung wirkt eine große Anzeige vermutlich auch offizieller, fast wie eine Bekanntmachung. Bei einer Gemeinde kann dieser Effekt ja gewollt sein, weil man zeigen will das die Verwaltung offen und professionell nach Leuten sucht und nicht einfach nur irgendwo heimlich eine Stelle online stellt.

Der Vergleich mit dem Piloten ist dagegen eher ein einzelnes Beispiel und nicht unbedingt ein Beweis für einen allgemeinen Trend. Trotzdem finde ich es interessant, dass ein zweites berufliches Standbein nicht nur bei Selbständigen oder Leuten mit unsicherem Vertrag vorkommt. Ein Pilot hat ja eigentlich einen ziemlich speziellen Beruf und muss vermutlich viele Regeln und Schulungen beachten. Dass er dann nebenbei im Recruiting arbeitet zeigt vielleicht, dass berufliche Identität heute nicht mehr ganz so festgelegt ist wie früher. Man ist nicht zwingend nur eine Sache, sondern kann mehrere Fähigkeiten haben, auch wenn die auf den ersten Blick garnicht zusammenpassen.

Ob das im Alltag wirklich leicht vereinbar ist, wäre noch die große Frage. Pilotenschichten können früh anfangen oder sich verschieben und Recruiting braucht bestimmt auch Gespräche zu normalen Bürozeiten. Dazu kommen Vorbereitung, Absagen, Datenschutz und der ganze Papierkram. Einfach ein paar Lebensläufe weiterleiten wird es bestimmt nicht sein, da hat PrintPirat schon recht, aber vielleicht hilft ein wechselnder Dienstplan sogar dabei, Termine zu machen. Oder es ist total stressig und klingt im Artikel nur so locker weil man die unangenehmen Seiten nicht alle rein schreibt.

Bei dem exklusiven Tagblatt-Artikel finde ich es außerdem schwierig, aus dem kurzen Einblick so viel über Leonhard Braun abzuleiten. Vielleicht ist er ein besonders ungewöhnlicher Einzelfall und nicht der typische Pilot mit Plan B. Andererseits zeigen solche Geschichten eben, dass die Arbeitswelt nicht immer in klare Schubladen passt. Am Ende gilt vermutlich bei beiden Themen dasselbe: Ein Medium oder ein Beruf verschwindet nicht sofort nur weil etwas Neues da ist. Print muss nicht wieder die Nummer eins werden und ein Nebenjob muss nicht gleich eine komplett neue Karriere sein, beides kann trotzdem unter bestimmten Bedingungen seinen Platz behalten.
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