Re-skilling: Ingenieurwissen bleibt beim Branchenwechsel wertvoll

KI-generiert
25.09.2026 7 mal gelesen 0 Kommentare

Re-skilling für Ingenieurinnen und Ingenieure: Der Branchenwechsel beginnt selten bei null

Beim VDI Recruiting Tag in Stuttgart diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Arbeitsmarkt am 23. September über Re-skilling und neue berufliche Perspektiven für Ingenieurinnen und Ingenieure. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie erfahrene Fachkräfte den technologischen Wandel aktiv gestalten können, ohne ihre bisher erworbenen Kompetenzen vollständig aufzugeben.

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Der Beitrag von ingenieur.de zeigt, dass ein Branchen- oder Tätigkeitswechsel nicht allein neue Fachkenntnisse voraussetzt. Auch Arbeitsort, Einkommen, Karriereperspektiven und die berufliche Identität können sich verändern. Erfahrung aus einer bisherigen Branche bleibt jedoch ein wichtiger Ausgangspunkt, der mit neuen Anforderungen verbunden werden kann.

„Es wird zunehmend wichtiger, Probleme zu erkennen und zu verstehen, die über das eigene Fachgebiet hinausgehen“, sagte Frank Dieball, Leiter Qualifikation beim VDI.

Fachwissen bildet laut Dieball weiterhin die Grundlage. Zusätzlich gewinnen ein systemisches Verständnis technischer und betrieblicher Zusammenhänge sowie die Fähigkeit an Bedeutung, Probleme über das eigene Fachgebiet hinaus zu erfassen.

Zusammenfassung: Re-skilling bedeutet laut ingenieur.de nicht zwangsläufig einen beruflichen Neustart bei null. Entscheidend ist die Verbindung vorhandener Erfahrung mit neuen fachlichen und systemischen Anforderungen.

Rolls-Royce qualifizierte Maschinenbauingenieure für die Elektrotechnik

Philippe Gorse von Rolls-Royce Power Systems berichtete beim Recruiting Tag über seinen eigenen beruflichen Wandel. Er begann in der Motoren- und Komponentenentwicklung und verantwortet heute die Elektronikentwicklung.

„Ich habe mich also selbst vom Maschinenbauer zum Elektrotechniker und Manager transformiert“, sagte Gorse.

Auch Rolls-Royce veränderte sich nach Angaben des Artikels von einem Motoren- und Komponentenhersteller zu einem Anbieter komplexer Systeme und Anlagen. Dadurch wurden neben Maschinenbauwissen zunehmend elektrotechnische und systemische Kompetenzen benötigt.

Gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie entwickelte das Unternehmen ein Qualifizierungsprogramm. Rund 10 % der Ingenieurinnen und Ingenieure durchliefen dieses Programm; teilweise konnten die Beschäftigten dabei einen Masterabschluss erwerben.

AspektAngabe aus der Quelle
UnternehmenRolls-Royce Power Systems
KooperationspartnerKarlsruher Institut für Technologie
Anteil der teilnehmenden Ingenieurinnen und IngenieureRund 10 %
Wechsel vom Maschinenbau in die ElektrotechnikRund 100 Beschäftigte

Rund 100 Beschäftigte wechselten laut Gorse vom Maschinenbau in die Elektrotechnik. Sie brachten neben dem neu erworbenen Fachwissen auch Kenntnisse über Produkte, Branche und Unternehmenskultur sowie persönliche Netzwerke mit.

„Was wir ihnen dann noch beigebracht haben, war das Fachliche“, erklärte Gorse.

Die neuen Kompetenzen führten nach Darstellung des Artikels zu einer stärkeren Vernetzung zwischen Maschinenbau, Elektrotechnik und Systemtechnik. Gorse erklärte, dass dadurch Silos aufgebrochen und Beschäftigte stärker miteinander verbunden wurden.

Infobox: Das Rolls-Royce-Beispiel zeigt, dass Unternehmen bei Re-skilling auf bestehende Produktkenntnisse, Netzwerke und Unternehmenskultur aufbauen können. Die fachliche Qualifizierung ergänzt dabei vorhandene Erfahrungen.

Erfahrungen aus der Automobilindustrie lassen sich übertragen

Rolls-Royce nutzt laut ingenieur.de auch Veränderungen in der Automobilindustrie, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Ingenieurinnen und Ingenieure aus der Automotive-Branche verfügen beispielsweise über Erfahrungen mit der Entwicklung von Steuergeräten oder Getrieben.

Diese Erfahrungen können auf andere technische Anwendungen übertragen werden. Die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich jedoch: Während Automobilhersteller Steuergeräte teilweise in sehr großen Stückzahlen entwickeln und produzieren, arbeitet Rolls-Royce mit deutlich kleineren Stückzahlen.

„Sie sind nicht mehr nur für einen Teil des Geräts verantwortlich, sondern auf einmal für das gesamte Gerät“, beschreibt Gorse den Unterschied.

Der Wechsel erzeugt laut dem Artikel einen gegenseitigen Lernprozess. Neue Beschäftigte bringen Erfahrungen aus Großserie und anderen Entwicklungsprozessen ein, während sie zugleich Produkte, Strukturen und Anforderungen des neuen Unternehmens kennenlernen.

Auch bereits beschäftigte Mitarbeitende können von den neuen Perspektiven profitieren. Dafür müssen Führungskräfte sicherstellen, dass neue Beschäftigte ihre Erfahrungen einbringen können und das Wissen mit der vorhandenen Expertise zusammengeführt wird.

Zusammenfassung: Ein Branchenwechsel kann Wissen in ein Unternehmen bringen, das dort bisher nicht vorhanden war. Gleichzeitig müssen sich die neuen Beschäftigten auf andere Stückzahlen, Verantwortungsbereiche und Entwicklungsprozesse einstellen.

Vom Automotive-Manager zum Nachfolgeunternehmer

Dr. Axel Baumann zeigte, dass berufliche Neuorientierung über einen Wechsel in eine andere technische Branche hinausgehen kann. Der ehemalige Automotive-Manager wechselte nach mehr als zehn Jahren in der Branche in die Rolle eines Nachfolgeunternehmers.

Er übernahm ein mittelständisches Produktionsunternehmen und musste sich unter anderem mit Finanzen, Steuern, Unternehmensanalyse und öffentlichen Fördermitteln beschäftigen. Damit veränderte sich sein Kompetenzprofil deutlich, während seine langjährige Industrieerfahrung weiterhin eine wichtige Grundlage bildete.

„Das Wichtigste ist für jeden Einzelnen: Was will ich eigentlich selber tun?“, sagte Baumann.

Nach Darstellung des Artikels kann ein Branchenwechsel daher auch in eine Führungsaufgabe, Beratung, Selbstständigkeit oder Unternehmensnachfolge führen. Der nächste berufliche Schritt muss nicht zwangsläufig eine vergleichbare Position in einer anderen Branche sein.

Infobox: Berufliche Neuorientierung kann neben zusätzlicher Qualifikation auch einen Rollenwechsel bedeuten. Als mögliche Wege nennt der Beitrag Führung, Beratung, Selbstständigkeit und Unternehmensnachfolge.

Weiterbildung braucht Zeit, Zugang und Unterstützung

Dr. Martin Noack, Senior Expert für betriebliche Bildung bei der Bertelsmann Stiftung, betonte, dass passende Kurse allein nicht ausreichen. Beschäftigte müssen Weiterbildung mit ihrem Berufsleben vereinbaren können, während Unternehmen die Qualifizierung ermöglichen und die spätere Anwendung des erworbenen Wissens sicherstellen müssen.

„Es braucht Zugänge, es braucht Interaktion, es braucht Zeit“, sagte Noack.

Auch Juliane Sampedro von Festo verwies auf die Bedeutung der Eigenmotivation und der Unterstützung durch das Unternehmen. Führungskräfte haben dabei eine wichtige Funktion, weil sich Weiterqualifizierte das neue Wissen anschließend im Arbeitsalltag aneignen und anwenden können müssen.

Zusammenfassung: Re-skilling hängt nicht nur vom individuellen Lernwillen ab. Zeit, Zugang zu Bildungsangeboten, Interaktion und betriebliche Unterstützung sind laut den in Stuttgart vorgestellten Positionen ebenfalls entscheidend.

Festo: Pneumatik und elektrische Automatisierung verbinden

Juliane Sampedro erläuterte anhand von Festo, wie technologische Veränderungen Tätigkeitsprofile verschieben. Das Unternehmen ist traditionell stark im Bereich Pneumatik, während die elektrische Automatisierung an Bedeutung gewinnt.

Für Beschäftigte bedeutet diese Entwicklung laut dem Beitrag keinen vollständigen Neuanfang. Wer über langjährige Erfahrung mit Produktionsprozessen verfügt, kann diese auch in einem neuen technologischen Umfeld nutzen.

Ergänzend können Kenntnisse in Elektronik, Software oder Datenanalyse erforderlich werden. Re-skilling verbindet damit vorhandene Erfahrung mit neuen Anforderungen, anstatt das bisherige Kompetenzprofil vollständig zu ersetzen.

Infobox: Das Festo-Beispiel verdeutlicht, wie technologische Ergänzungen bestehende Berufserfahrung aufwerten können. Produktionswissen bleibt nutzbar, während zusätzliche Kompetenzen in Elektronik, Software oder Datenanalyse hinzukommen.

Arbeitsmarktdrehscheiben sollen Wechsel aus Beschäftigung heraus ermöglichen

Gunnar Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart, stellte die Regionale Arbeitsmarktdrehscheibe Stuttgart vor. Sie bringt Unternehmen mit Personalabbau mit Unternehmen zusammen, die Fachkräfte suchen.

Ziel ist es, Übergänge möglichst direkt von Beschäftigung in Beschäftigung zu ermöglichen. Berufsberatung soll nach Schwabs Darstellung deshalb nicht erst relevant werden, wenn eine Person arbeitslos ist.

„In den Arbeitsmarktdrehscheiben spielt die Berufsberatung für Beschäftigte eine zentrale Rolle. Die Idee ist, dass eine berufliche Neuorientierung nicht nur für Menschen wichtig ist, die arbeitslos sind, sondern auch für Menschen, die in Beschäftigung sind und aus dieser Position heraus eine berufliche Veränderung suchen“, erklärte Schwab.

Für Ingenieurinnen und Ingenieure kann dies bedeuten, vorhandene Kompetenzen frühzeitig zu prüfen und gezielt zu ergänzen. Neben dem Wechsel in eine andere Industrie kommen laut dem Artikel auch Selbstständigkeit oder Unternehmensnachfolge als Perspektiven infrage.

Zusammenfassung: Die Regionale Arbeitsmarktdrehscheibe Stuttgart soll Unternehmen mit Personalabbau und Unternehmen mit Fachkräftebedarf zusammenbringen. Berufliche Beratung richtet sich dabei auch an Beschäftigte, die aus einer bestehenden Anstellung heraus eine Veränderung suchen.

Frankreich und Finnland setzen unterschiedliche Schwerpunkte

Dr. Martin Noack verwies auf internationale Ansätze der Weiterbildung. Die Bertelsmann Stiftung analysiert gemeinsam mit der OECD Weiterbildungssysteme anderer Länder unter anderem im Hinblick auf Zugänglichkeit, Steuerungsstrukturen und Wirksamkeit.

In Frankreich können informell erworbene Kompetenzen stärker für formale Qualifikationen berücksichtigt werden. Beruflich erworbenes Wissen erhält dadurch eine größere Bedeutung bei der Anerkennung von Qualifikationen.

Finnland setzt laut dem Beitrag stärker auf modular aufgebaute Bildungsangebote. Kleine, aufeinander aufbauende Lerneinheiten können schrittweise erworben und erweitert werden.

LandIm Artikel genannter Ansatz
FrankreichStärkere Berücksichtigung informell erworbener Kompetenzen für formale Qualifikationen
FinnlandModular aufgebaute Bildungsangebote mit kleinen, aufeinander aufbauenden Lerneinheiten

Beide Beispiele verweisen auf die Frage, wie bereits vorhandene oder während der Arbeit erworbene Kompetenzen besser sichtbar und nutzbar gemacht werden können.

Infobox: Frankreich setzt auf die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen, Finnland auf schrittweise erweiterbare Bildungsangebote. Beide Ansätze beschäftigen sich mit der besseren Nutzbarkeit vorhandener Fähigkeiten.

KI gilt als größter Handlungs- und Lernbedarf

In der vorgestellten VDI-Untersuchung sehen 67 % der Befragten bei KI den größten Handlungs- und Lernbedarf. Neben KI Engineering gewinnen laut dem Beitrag auch Cybersecurity, Big Data und Data Analytics an Bedeutung.

Die Entwicklung bedeutet jedoch nicht, dass alle Ingenieurinnen und Ingenieure zu Spezialisten für künstliche Intelligenz oder Datenanalyse werden müssen. Entscheidend ist, welche Technologien im jeweiligen Arbeitsumfeld relevant sind und wie sie mit vorhandener Expertise verbunden werden können.

ThemaAngabe aus der Quelle
Größter Handlungs- und LernbedarfKI
Anteil der Befragten67 %
Weitere genannte ThemenKI Engineering, Cybersecurity, Big Data und Data Analytics

Technisches Verständnis, Branchenkenntnis und praktische Erfahrung bleiben nach Darstellung des Artikels zentrale Stärken erfahrener Fachkräfte. Neue Kompetenzen können diese Grundlagen ergänzen und für veränderte Aufgaben nutzbar machen.

Zusammenfassung: 67 % der Befragten sehen bei KI den größten Handlungs- und Lernbedarf. Der Beitrag betont zugleich, dass neue Technologiekenntnisse mit bestehendem technischem Verständnis und praktischer Erfahrung verbunden werden sollen.

Re-skilling-Diskussion wird in Frankfurt fortgesetzt

Die Diskussion über Re-skilling für Ingenieurinnen und Ingenieure wird beim VDI nachrichten Recruiting Tag in Frankfurt am 1. Oktober 2026 fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht erneut die Frage, wie vorhandene Kompetenzen für neue berufliche Perspektiven genutzt werden können.

Außerdem soll es darum gehen, welche Unterstützung ein erfolgreicher beruflicher Übergang benötigt. Die Veranstaltung knüpft damit an die in Stuttgart diskutierte Erkenntnis an, dass berufliche Veränderung nicht erst mit dem Verlust des bisherigen Arbeitsplatzes beginnen muss.

„Diese Diskussion hat mir gezeigt: Ich bin nicht allein!“, erklärte ein Zuschauer in seinem Feedback.

Der Beitrag von ingenieur.de fasst diese Aussage als zentrale Botschaft des Themas Re-skilling auf. Ein beruflicher Neuanfang kann demnach mit der Erkenntnis beginnen, dass Veränderung möglich ist und viele Menschen vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Infobox: Der nächste im Artikel genannte Termin ist der VDI nachrichten Recruiting Tag in Frankfurt am 1. Oktober 2026. Dort soll die Diskussion über vorhandene Kompetenzen, neue Perspektiven und notwendige Unterstützung fortgesetzt werden.

Quellen:

Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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