Vietnam erwartet hohe Personalnachfrage in drei Industriesektoren

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02.11.2026 63 mal gelesen 3 Kommentare

Drei Sektoren mit besonders hoher Personalnachfrage im vierten Quartal 2026

Im vierten Quartal 2026 wird in Vietnam eine besonders starke Personalbeschaffung in drei Sektoren erwartet: Maschinenreparatur sowie Wartung und Installation von Maschinen und Anlagen, die Herstellung von Elektronik-, Computer- und optischen Produkten sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffprodukten. Die Prognose stammt aus dem Arbeitsmarktinformationsbericht für das dritte Quartal 2026, der vom Institut für Staatsorganisation und Arbeitswissenschaften veröffentlicht wurde, wie Vietnam.vn berichtet.

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Der Bericht beschreibt zugleich ein Missverhältnis zwischen den Anforderungen der Unternehmen und den Qualifikationsmerkmalen der Arbeitssuchenden. Im dritten Quartal 2026 erforderten 55,6 % der offenen Stellen auf Unternehmensseite keine Berufserfahrung. Auf Seiten der Arbeitssuchenden verfügten dagegen 43,5 % über einen Hochschulabschluss oder einen höheren Abschluss.

Nguyen Thi Lan Huong, ehemalige Direktorin des Instituts für Arbeits- und Sozialwissenschaften, sieht darin Unterschiede zwischen der Struktur des Rekrutierungsbedarfs und den Merkmalen des Arbeitskräfteangebots. Nach ihrer Einschätzung unterstreichen die Daten die Notwendigkeit, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und den Abgleich von Angebot und Nachfrage durch Arbeitsvermittlungsagenturen wirksamer zu gestalten.

BereichAngabe
Offene Stellen ohne Berufserfahrung55,6 %
Arbeitssuchende mit Hochschulabschluss oder höher43,5 %
Erwerbsbevölkerung ab 15 Jahren im dritten Quartal 202654,1 Millionen Menschen
Erwerbstätige im dritten Quartal 202653 Millionen
Durchschnittliches Monatseinkommen9,2 Millionen VND
Anteil der ausgebildeten Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss oder Zertifikat30,4 %

Die Erwerbsbevölkerung ab 15 Jahren erreichte im dritten Quartal 2026 landesweit 54,1 Millionen Menschen. Die Zahl der Erwerbstätigen lag bei 53 Millionen und stieg damit um 292.300 Personen gegenüber dem zweiten Quartal 2026 sowie um 706.400 Personen gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025.

Das durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer betrug 9,2 Millionen VND pro Monat. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Anstieg um 823.800 VND. Bei der Beschäftigungsstruktur entfielen 41 % auf den Dienstleistungssektor, 33,9 % auf Industrie und Baugewerbe sowie 25,1 % auf die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft.

Der Anteil der ausgebildeten Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss oder Zertifikat lag bei 30,4 %. Der Bericht bewertet die Verbesserung der Qualität der Humanressourcen deshalb weiterhin als wichtiges Anliegen.

Zusammenfassung: Für das vierte Quartal 2026 werden insbesondere Maschinenreparatur, Elektronik-, Computer- und optische Produkte sowie Gummi- und Kunststoffprodukte als Sektoren mit hoher Personalnachfrage prognostiziert. Gleichzeitig bestehen Unterschiede zwischen den Qualifikationsanforderungen der Unternehmen und dem Bildungsprofil der Arbeitssuchenden.

Verarbeitendes Gewerbe und digitale Dienstleistungen mit hohem Rekrutierungsbedarf

Untersuchungen des Instituts für Staatsorganisation und Arbeitswissenschaft zu Rekrutierungs- und Jobsuchetrends auf Rekrutierungswebseiten zeigen für das dritte Quartal 2026 fünf Bereiche mit dem höchsten Rekrutierungsbedarf. An erster Stelle steht das verarbeitende Gewerbe, gefolgt von Handel, Einzelhandel und E-Commerce.

  • Verarbeitendes Gewerbe
  • Handel, Einzelhandel und E-Commerce
  • Logistik, Transport und Lagerhaltung
  • Tourismus, Lebensmittel und Beherbergung
  • Informationstechnologie und digitale Dienstleistungen

Besonders häufig wurden Positionen in der Fertigung, Maschinenbedienung und im Ingenieurwesen besetzt. Ebenfalls stark nachgefragt waren Tätigkeiten in Wirtschaft und Vertrieb, Logistik und Lagerhaltung sowie in Informationstechnologie, Software, Daten und künstlicher Intelligenz.

Auch der Kundenservice gehörte zu den Bereichen mit häufigen Stellenausschreibungen. Die genannten Tätigkeitsfelder zeigen eine Nachfrage sowohl nach Beschäftigten für industrielle und logistische Aufgaben als auch nach Fachkräften für digitale und kundenorientierte Dienstleistungen.

Zusammenfassung: Die fünf wichtigsten Rekrutierungsbereiche im dritten Quartal 2026 reichten vom verarbeitenden Gewerbe über Handel und Logistik bis hin zu Tourismus sowie Informationstechnologie und digitalen Dienstleistungen.

Arbeitslosigkeit und Leistungen der Arbeitsvermittlungsstellen

Im dritten Quartal 2026 lag die Arbeitslosenquote unter der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bei 2,22 %. Landesweit beantragten 243.412 Personen Arbeitslosengeld.

Die Beratungs- und Vermittlungsdienste der Arbeitsvermittlungsstellen verzeichneten 849.405 Besuche. Daraus gingen 35.521 Arbeitsvermittlungen hervor; außerdem wurden 11.879 Personen bei Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt.

ArbeitsmarktindikatorWert
Arbeitslosenquote unter der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter2,22 %
Personen mit Antrag auf Arbeitslosengeld243.412
Besuche bei Beratungs- und Vermittlungsdiensten849.405
Arbeitsvermittlungen35.521
Unterstützte Personen bei Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen11.879

Die Zahlen verdeutlichen den Umfang der Dienstleistungen zur Beratung, Vermittlung und Qualifizierung. Neben der direkten Arbeitsvermittlung unterstützten die Arbeitsvermittlungsstellen auch Personen bei Maßnahmen zur Weiterbildung und beruflichen Qualifizierung.

Infobox: Im dritten Quartal 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 2,22 %. Die Arbeitsvermittlungsstellen registrierten 849.405 Besuche, vermittelten 35.521 Arbeitsplätze und unterstützten 11.879 Personen bei Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Prognose von 53,3 Millionen Erwerbstätigen im vierten Quartal 2026

Für das vierte Quartal 2026 wird eine Zahl von rund 53,3 Millionen Erwerbstätigen erwartet. Dies entspräche einem Anstieg von 0,6 % gegenüber dem dritten Quartal 2026.

Eine erhöhte Arbeitskräftenachfrage wird insbesondere in der Reparatur, Wartung und Installation von Maschinen und Anlagen, bei der Herstellung von Elektronik-, Computer- und optischen Produkten sowie bei der Herstellung von Gummi- und Kunststoffprodukten erwartet. Damit konzentriert sich die Prognose für das Quartal auf mehrere technisch und industriell geprägte Bereiche.

PrognoseAngabe
Erwerbstätige im vierten Quartal 2026rund 53,3 Millionen
Anstieg gegenüber dem dritten Quartal 20260,6 %

Zusammenfassung: Vietnam.vn berichtet für das vierte Quartal 2026 von einer erwarteten Erwerbstätigenzahl von rund 53,3 Millionen. Die stärkste zusätzliche Nachfrage wird in der Reparatur, Wartung und Installation von Maschinen und Anlagen sowie in der Herstellung von Elektronik-, Computer-, optischen, Gummi- und Kunststoffprodukten erwartet.

Quellen:

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Interessant ist vor allem das Missverhältnis: Über die Hälfte der Stellen verlangt keine Erfahrung, gleichzeitig haben viele Bewerber einen Hochschulabschluss. Da läuft bei Berufsberatung und Vermittlung offenbar noch einiges aneinander vorbei. Wenn Vietnam die Nachfrage in Technik und Elektronik wirklich decken will, sollten praktische Qualifikationen und Weiterbildungen deutlich stärker gefördert werden.
Der vorherige Kommentar trifft einen wichtigen Punkt, aber ich glaube, das Problem ist noch etwas größer als nur eine schwache Berufsberatung. Ein Hochschulabschluss bedeutet ja nicht automatisch, dass jemand für die konkreten Abläufe in einer Elektronikfabrik oder bei der Wartung einer Anlage sofort einsetzbar ist. Gleichzeitig darf man diese Leute auch nicht einfach als „überqualifiziert“ abstempeln, denn viele haben vermutlich gute Grundlagen und könnten sich mit einer kurzen, praxisnahen Einarbeitung schnell entwickeln.

Spannend finde ich deshalb die Zahl von 11.879 Menschen, die bei Weiterbildungen unterstützt wurden. Im Verhältnis zu den 849.405 Besuchen bei den Arbeitsvermittlungsstellen wirkt das allerdings noch ziemlich wenig. Natürlich führt nicht jedes Beratungsgespräch direkt zu einer Schulung, aber genau hier müsste man wahrscheinlich stärker ansetzen. Unternehmen könnten zum Beispiel gemeinsam mit Berufsschulen kurze Programme anbieten, in denen Bewerber direkt an Maschinen, Produktionssoftware oder Qualitätskontrolle herangeführt werden. Das wäre für beide Seiten sinnvoller, als jahrelang auf die perfekte Fachkraft zu warten.

Auch die 2,22 Prozent Arbeitslosigkeit klingen zunächst sehr niedrig. Trotzdem können Unternehmen gleichzeitig händeringend Personal suchen, wenn die verfügbaren Leute nicht am richtigen Ort wohnen, die passenden Arbeitszeiten nicht akzeptieren können oder bestimmte technische Kenntnisse fehlen. Arbeitsmarktstatistiken sehen auf dem Papier oft besser aus als im Alltag eines Betriebsleiters. Gerade in schnell wachsenden Bereichen wie Elektronik, Logistik und digitalen Dienstleistungen dürfte dieser Unterschied noch deutlicher werden.

Und beim Einkommen von durchschnittlich 9,2 Millionen VND sollte man ebenfalls genauer hinschauen. Ein Durchschnittswert sagt wenig darüber aus, was Einsteiger tatsächlich verdienen und ob sich ein Wechsel in eine andere Region dafür lohnt. Wenn die Fabriken außerhalb der großen Städte liegen, kommen ja noch Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung dazu. Mehr Personal bekommt man langfristig nicht nur durch mehr Stellenausschreibungen, sondern auch durch vernünftige Löhne, planbare Arbeitszeiten und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Sonst bleiben viele Stellen trotz großer Nachfrage unbesetzt, während gleichzeitig genügend Menschen Arbeit suchen.

Für Vietnam ist das vermutlich eine wichtige Phase. Der Ausbau von Elektronik und Maschinenbau kann viele Chancen bringen, aber dafür muss die Ausbildung enger mit dem tatsächlichen Bedarf der Unternehmen verbunden werden. Sonst produziert man am Ende vor allem Abschlüsse, während die Betriebe weiterhin nach Leuten suchen, die praktische Probleme lösen können. AzubiMitSchraubenschlüssel
Spannend finde ich, dass trotz der vielen Hochschulabsolventen gerade in technischen Berufen offenbar praktische Leute fehlen – da sollten Betriebe Quereinsteigern mehr Chancen geben.
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