Diversity Recruiting: Fünf Maßnahmen für faire Chancen im Bewerbungsprozess

KI-generiert
27.08.2026 27 mal gelesen 1 Kommentare

Diversity Recruiting: Fünf Ansätze für mehr Vielfalt im Bewerbungsprozess

OnlineMarketing.de beschreibt Diversity Recruiting als einen Ansatz, bei dem Barrieren abgebaut werden sollen, die Talenten aus unterrepräsentierten Gruppen Chancen versperren. Dabei gehe es nicht darum, ausschließlich Bewerber:innen nach demografischen Kriterien einzustellen, sondern um faire Zugänge und eine vielfältigere Arbeitsgemeinschaft.

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Die Bedeutung des Themas werde unter anderem durch eine Glassdoor-Studie unterstrichen: 76 Prozent der Befragten in den USA sagten, dass eine vielfältige Belegschaft für sie bei der Bewertung von Unternehmen und Stellenangeboten relevant sei. Auch in Deutschland werde Diversität am Arbeitsplatz wichtiger. OnlineMarketing.de verweist zudem auf mögliche wirtschaftliche Vorteile: Eine größere Offenheit für diverse Talente könne dem Fachkräftemangel entgegenwirken und zu kreativeren Ideen und Lösungen in Teams beitragen.

  • Diversity Recruiting soll Barrieren im Bewerbungsprozess abbauen.
  • Vielfalt betrifft unter anderem Geschlechteridentitäten, Hautfarben, Beeinträchtigungen und Religionen.
  • Diversität soll sich nicht nur in der Personalarbeit, sondern in der gesamten Arbeitsweise eines Unternehmens widerspiegeln.

1. Inklusive Formulierungen in Stellenanzeigen verwenden

Als ersten Ansatz nennt OnlineMarketing.de eine bewusste Wortwahl in Stellenausschreibungen. Unternehmen sollten auf inklusive Formulierungen achten, damit sich möglichst viele potenzielle Bewerber:innen angesprochen fühlen.

Empfohlen werden Gender-Schreibformen wie der Doppelpunkt oder das Sternchen. Auch neutrale Begriffe wie „Fachkraft“ oder „Talent“ können dazu beitragen, Stellenanzeigen offen und zugewandt zu formulieren.

Infobox: Eine inklusive Sprache in Stellenanzeigen soll unterschiedliche Bewerber:innengruppen ansprechen und mögliche sprachliche Barrieren reduzieren.

2. Inklusive Plattformen und Berufsverbände nutzen

OnlineMarketing.de verweist auf einen Leitfaden des Softwareunternehmens 100Hires. Darin wird empfohlen, zusätzlich zu allgemeinen Jobbörsen auch Plattformen mit einem Fokus auf Diversität zu verwenden.

Darüber hinaus können Kooperationen mit Berufsverbänden helfen, unterrepräsentierte Gruppen besser zu erreichen. Als Beispiel wird der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. genannt. Auch technische Entwicklungen könnten die Candidate Experience unterstützen. Der Artikel verweist auf Googles Sign-to-Text-Funktion bei Google Pixel 11, die Gebärdensprache in Text umwandeln könne. Solche Funktionen könnten bereits im Bewerbungsprozess hervorgehoben werden.

Infobox: Diversitätsorientierte Jobbörsen, Berufsverbände und technische Hilfsmittel sollen den Zugang zu Bewerbungsprozessen für unterrepräsentierte Gruppen verbessern.

3. Anonymisiertes Lebenslauf-Screening einführen

Als dritten Tipp beschreibt OnlineMarketing.de ein anonymisiertes Screening von Lebensläufen. Dabei können KI-Tools unterstützen, indem Lebensläufe ohne personenbezogene Kriterien wie Geschlecht, Alter oder Aussehen bewertet werden.

Der Fokus soll dadurch auf den Qualifikationen der Fachkräfte liegen. Nach Darstellung des Artikels kann ein anonymisiertes Screening mögliche Benachteiligungen bereits am Anfang des Bewerbungsprozesses ausschließen.

Infobox: Beim anonymisierten Screening werden Geschlecht, Alter, Aussehen und weitere personenbezogene Daten ausgeblendet, damit die Qualifikationen im Mittelpunkt stehen.

4. Diversität im Employer Branding sichtbar machen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt laut OnlineMarketing.de auf dem Employer Branding. Bereits in der Außendarstellung eines Unternehmens sollten Weltoffenheit und Diversität sichtbar werden. Das betreffe unter anderem die Unternehmenswebsite, das Marketing und die Präsentation der Firma.

Auch Social Media könne genutzt werden, um zu zeigen, dass ein Unternehmen ein offener Arbeitsplatz für alle Personengruppen sein möchte. Als mögliches Zeichen wird im Artikel das Regenbogensymbol genannt. Gleichzeitig warnt OnlineMarketing.de davor, Werte zu kommunizieren, die ein Unternehmen nicht tatsächlich verkörpert und vertritt. Dies könne unglaubwürdig wirken und negativ auf die Arbeitgeber:innen zurückfallen. Pinkwashing solle unbedingt vermieden werden.

„Unbewusste Bias tief im Recruiting verwurzelt“

Diese Aussage wird im Beitrag im Zusammenhang mit Insights von Sarah Ben Allel zum Diversity Day genannt. Sie verweist auf die Bedeutung unbewusster Verzerrungen im Recruiting.

Infobox: Employer Branding soll Vielfalt glaubwürdig zeigen. Entscheidend ist, dass die kommunizierten Werte im Unternehmen tatsächlich vertreten werden.

5. Diversitätskennzahlen erfassen und berichten

Der fünfte Tipp von OnlineMarketing.de bezieht sich auf die Erfassung von Diversitätskennzahlen. 100Hires empfiehlt, die Diversitätszahlen im Unternehmen zu verfolgen, da das, was gemessen werde, auch gesteuert werde.

Nach Angaben des Artikels sollte die demografische Zusammensetzung des Einstellungsprozesses in jeder Phase untersucht werden. Dazu gehören Bewerbung, Vorauswahl, Vorstellungsgespräch und Einstellung. Werden die Kennzahlen an die Führungsebene berichtet, könnten Transparenz und Verbesserungen geschaffen werden.

OnlineMarketing.de betont außerdem, dass Sensibilisierungsschulungen nur wirken könnten, wenn entsprechende Strukturen vorhanden seien. Dafür sei zunächst die Erfassung der relevanten Daten notwendig.

Phase des Einstellungsprozesses Ziel der Erfassung
Bewerbung Demografische Zusammensetzung sichtbar machen
Vorauswahl Mögliche Benachteiligungen erkennen
Vorstellungsgespräch Entwicklung des Auswahlprozesses nachvollziehen
Einstellung Ergebnisse des Recruiting-Prozesses bewerten

Infobox: Die Erfassung von Diversitätskennzahlen über Bewerbung, Vorauswahl, Vorstellungsgespräch und Einstellung soll Benachteiligungen sichtbar machen und Verbesserungen ermöglichen.

Die fünf Tipps im Überblick

  1. Inklusive Formulierungen in Stellenanzeigen verwenden.
  2. Inklusive Jobplattformen nutzen und mit Berufsverbänden kooperieren.
  3. Lebensläufe anonymisiert und qualifikationsorientiert prüfen.
  4. Diversität im Employer Branding glaubwürdig zeigen.
  5. Diversitätskennzahlen in den einzelnen Recruiting-Phasen erfassen und berichten.

OnlineMarketing.de stellt Diversity Recruiting damit als umfassenden Ansatz dar, der bei der Sprache in Stellenanzeigen beginnt und bis zur systematischen Auswertung des Einstellungsprozesses reicht. Neben einer größeren Vielfalt in der Belegschaft werden im Beitrag auch mögliche Effekte auf Fachkräftemangel, Kreativität, Effizienz und Produktivität genannt.

Zusammenfassung: Diversity Recruiting soll faire Chancen schaffen, Barrieren abbauen und Vielfalt dauerhaft in der Arbeitsweise eines Unternehmens verankern. Als zentrale Maßnahmen nennt OnlineMarketing.de inklusive Sprache, diversitätsorientierte Plattformen, anonymisiertes Screening, glaubwürdiges Employer Branding und messbare Kennzahlen.

Quelle: OnlineMarketing.de, „5 Tipps für das Diversity Recruiting“.

Quellen:

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Der Artikel bringt die wichtigsten Stellschrauben eigentlich gut auf den Punkt. Besonders der Hinweis auf anonymisierte Lebensläufe klingt erstmal simpel, kann aber schon einiges verändern – zumindest solange die Anonymisierung wirklich konsequent umgesetzt wird. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen ja wieder Stimme, Aussehen, Akzent oder andere Merkmale ins Spiel, und genau dort greifen unbewusste Vorurteile vermutlich genauso stark.

Bei den Kennzahlen bin ich etwas zwiegespalten. Messen ist wichtig, sonst bleibt Diversity schnell nur eine nette Absichtserklärung. Gleichzeitig sollte man sehr vorsichtig damit umgehen, welche Daten erhoben werden und wer sie sehen darf. Niemand möchte das Gefühl haben, im Unternehmen plötzlich nur noch als Zahl aus einer bestimmten Gruppe zu gelten. Entscheidend wäre für mich deshalb, dass nicht einzelne Bewerber bewertet oder markiert werden, sondern dass man sich die Prozesse als Ganzes anschaut: Wo springen bestimmte Gruppen häufiger ab, wer wird zum Gespräch eingeladen und wer bekommt am Ende tatsächlich ein Angebot?

Auch beim Employer Branding merkt man leider schnell, ob es ernst gemeint ist. Ein Regenbogen im Juni und ansonsten keinerlei barrierefreie Kommunikation oder diverse Führungskräfte wirkt eher wie Pflichtprogramm fürs Marketing. Das fällt Bewerbenden heute wahrscheinlich schneller auf als früher. Glaubwürdigkeit entsteht doch eher durch konkrete Dinge: flexible Arbeitszeiten, barrierefreie Arbeitsplätze, transparente Gehaltsbänder, faire Aufstiegschancen und Führungskräfte, die bei diskriminierenden Sprüchen nicht einfach wegschauen.

Die Sache mit inklusiver Sprache finde ich sinnvoll, aber sie allein wird natürlich niemanden überzeugen, der im eigentlichen Auswahlprozess nach Bauchgefühl entscheidet. Eine Stelle kann noch so freundlich formuliert sein – wenn am Ende Bewerbungen mit ausländisch klingenden Namen aussortiert werden oder Teilzeit automatisch als mangelnde Einsatzbereitschaft gilt, bringt die schönste Anzeige wenig. Deshalb gefällt mir der ganzheitliche Ansatz des Artikels grundsätzlich. Es muss an mehreren Stellen gleichzeitig angesetzt werden, sonst bleibt es bei Kosmetik.

Bei technischen Hilfsmitteln würde ich allerdings genauer hinschauen. KI kann Vorurteile reduzieren, aber sie kann sie genauso gut übernehmen, wenn sie mit alten Bewerbungsdaten trainiert wurde. Anonymisiertes Screening ist daher kein Selbstläufer und sollte regelmäßig überprüft werden. Am Ende braucht es immer noch Menschen, die solche Systeme hinterfragen und nicht jedes Ergebnis als objektive Wahrheit behandeln.

Was mir insgesamt noch etwas fehlt, ist die Perspektive der Menschen, die bereits im Unternehmen arbeiten. Diversity Recruiting endet ja nicht mit der Einstellung. Wenn neue Kolleginnen und Kollegen danach in einem homogenen Team landen, keine Unterstützung bekommen oder bei Beförderungen wieder durchs Raster fallen, ist niemandem geholfen. Faire Chancen müssen sich auch im Alltag zeigen, sonst verlassen die gewonnenen Talente das Unternehmen irgendwann wieder. Vielfalt einzustellen ist der erste Schritt, sie zu halten und ernsthaft einzubinden die eigentliche Aufgabe.

Unterm Strich also viele gute und praktikable Ansätze, aber die Umsetzung entscheidet. Ein Unternehmen muss bereit sein, die eigenen Abläufe ehrlich zu prüfen und notfalls auch liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern. Genau da wird es vermutlich schwieriger als beim Einfügen eines Doppelpunks in die Stellenanzeige.
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