Fachkräftemangel treibt Unternehmen zu internationaler Rekrutierung

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11.09.2026 2 mal gelesen 0 Kommentare

Fachkräftegewinnung rückt beim PAZ-Wirtschaftstalk in den Mittelpunkt

Beim PAZ-Wirtschaftstalk in der Gebläsehalle in Ilsede stand die Arbeitswelt von morgen im Mittelpunkt. Die „PAZ - Peiner Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass Unternehmen vor der Herausforderung stehen, gute Mitarbeiter zu finden, Nachwuchs zu gewinnen und Beschäftigte langfristig zu halten.

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Was für viele Arbeitgeber lange selbstverständlich war, ist dem Bericht zufolge schwieriger geworden. Deutlich wurde, dass nicht nur Bewerberinnen und Bewerber, sondern auch Unternehmen ihr Mindset verändern müssen, um auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt zu reagieren.

„Fachkräfte gesucht“ – der PAZ-Wirtschaftstalk nahm die Arbeitswelt von morgen und die Herausforderungen beim Recruiting in den Blick.

Zusammenfassung: Der PAZ-Wirtschaftstalk in Ilsede zeigte, dass Fachkräftesicherung mehrere Aufgaben umfasst: Nachwuchsgewinnung, erfolgreiche Rekrutierung und langfristige Mitarbeiterbindung. Zugleich müssen Arbeitgeber ihre bisherigen Denkweisen überprüfen.

Fachkräftemangel verhindert bei 75 Prozent der Unternehmen wichtige Ziele

Der Fachkräftemangel wirkt sich laut OnlineMarketing.de inzwischen unmittelbar auf die Geschäftsentwicklung deutscher Unternehmen aus. Eine Untersuchung von Remote unter 500 HR- und Unternehmensverantwortlichen in Deutschland ergab, dass 75 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein wichtiges Unternehmensziel nicht erreicht haben, weil benötigte Fachkräfte fehlten.

Als mögliche Folgen nennt der Bericht verzögerte Produkteinführungen, verschobene Expansionen und nicht erreichte Umsatzziele. Der Personalengpass betrifft damit nicht mehr nur die Personalabteilung, sondern auch die Führungsebene, die Produktentwicklung und die Bilanz.

Ergebnis der UntersuchungAnteil
Unternehmen, die mindestens ein wichtiges Ziel nicht erreicht haben75 Prozent
Befragte, die die Suche nach qualifizierten Fachkräften vor Ort schwieriger finden81 Prozent
Unternehmen, die ihre Suche nach Fachkräften in anderen Ländern verstärkt haben38 Prozent
Unternehmen, die ihre Rekrutierung auf zusätzliche internationale Märkte ausgeweitet haben36 Prozent
Befragte, die international stärker einstellen würden, wenn dies ähnlich unkompliziert und risikoarm wäre wie im eigenen Land82 Prozent

OnlineMarketing.de zufolge sagen 81 Prozent der Befragten, dass es heute schwieriger sei, vor Ort qualifizierte Fachkräfte zu finden als noch vor einem Jahr. Unternehmen vergrößern deshalb ihren Suchradius und richten den Blick zunehmend auf andere Länder.

38 Prozent der Befragten haben ihre Suche nach Fachkräften im Ausland bereits verstärkt. Weitere 36 Prozent haben ihre Rekrutierung auf zusätzliche internationale Märkte ausgeweitet. Für 82 Prozent wäre eine noch stärkere internationale Einstellung denkbar, wenn eine Beschäftigung im Ausland ähnlich einfach und risikoarm möglich wäre wie eine Einstellung im eigenen Land.

Internationale Beschäftigung bringt zusätzliche rechtliche Aufgaben

Mit der Beschäftigung von Fachkräften in anderen Ländern entstehen laut OnlineMarketing.de neue Fragen. Dazu gehören das anwendbare Arbeitsrecht, die korrekte Gehaltsabrechnung sowie Melde- und Steuerpflichten. Unternehmen müssen außerdem sicherstellen, dass das jeweilige Beschäftigungsmodell den Vorschriften des Landes entspricht, in dem die betreffende Person arbeitet.

Besonders deutlich zeigt sich diese Herausforderung bei Unternehmen, die Auftragnehmerinnen, Auftragnehmer oder Freelancer einsetzen. 99 Prozent dieser Firmen berichten, in den vergangenen 24 Monaten mit rechtlichen, administrativen oder Compliance-Herausforderungen konfrontiert gewesen zu sein.

  • Zu klären ist, welches Arbeitsrecht gilt.
  • Die Gehaltsabrechnung muss korrekt erfolgen.
  • Melde- und Steuerpflichten müssen beachtet werden.
  • Das Beschäftigungsmodell muss den Vorschriften des jeweiligen Landes entsprechen.

Zusammenfassung: Internationale Rekrutierung erweitert den Zugang zu Fachkräften, erhöht aber zugleich den rechtlichen und administrativen Aufwand. Besonders bei Auftragnehmern und Freelancern berichten Unternehmen von entsprechenden Herausforderungen.

Unternehmen setzen stärker auf flexible Beschäftigungsformen

Der Bericht von OnlineMarketing.de beschreibt außerdem eine zunehmende Nutzung alternativer Beschäftigungsformen. 86 Prozent der Unternehmen, die Auftragnehmer oder Freelancer einsetzen, haben deren Nutzung innerhalb der vergangenen zwei Jahre ausgeweitet.

Als wichtigsten Grund für diese Ausweitung nennen 30 Prozent der betreffenden Unternehmen den Umgang mit sich verändernden arbeitsrechtlichen Vorgaben. Flexible Beschäftigungsmodelle werden damit laut Bericht zunehmend als strategisches Instrument verstanden, mit dem Unternehmen auf einen Arbeitsmarkt reagieren, auf dem klassische Wege der Personalgewinnung an Grenzen stoßen.

AspektAnteil beziehungsweise Zeitraum
Unternehmen, die den Einsatz von Auftragnehmern oder Freelancern ausgeweitet haben86 Prozent
Wichtigster Grund: Umgang mit sich verändernden arbeitsrechtlichen Vorgaben30 Prozent
Betrachteter Zeitraum für rechtliche, administrative oder Compliance-Herausforderungenvergangene 24 Monate

Remote arbeitende Fachkräfte aus dem Ausland werden dadurch beliebter, heißt es weiter. Unternehmen müssen sich nicht ausschließlich auf Bewerberinnen und Bewerber konzentrieren, die bereit sind, ihren Wohnort zu wechseln oder täglich ins Büro zu kommen. Remote-Arbeit und internationale Beschäftigungsmodelle können den Kreis potenzieller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergrößern.

57 Prozent der Neueinstellungen sollen bis Ende 2026 außerhalb des Heimatlandes erfolgen

Unternehmen erwarten laut der im Bericht genannten Untersuchung, dass bis Ende 2026 bereits 57 Prozent ihrer Neueinstellungen außerhalb des Landes erfolgen werden, in dem das Unternehmen hauptsächlich tätig ist. Internationale Rekrutierung und Remote-Arbeit werden damit zu wichtigen Bestandteilen der Personalstrategie.

Job van der Voort, Mitgründer und CEO von Remote, erklärt laut OnlineMarketing.de, dass deutsche Unternehmen zunehmend im Ausland einstellen, weil sie die benötigten Kompetenzen im eigenen Land nicht finden. Die Suche nach der passenden Person sei jedoch nur der erste Schritt: Unternehmen müssten Fachkräfte schnell einstellen, korrekt bezahlen und die arbeitsrechtlichen Vorgaben am Wohnort einhalten.

„82 Prozent der Befragten sagen, dass sie international stärker einstellen würden, wenn dies genauso einfach und risikoarm wäre wie eine lokale Einstellung.“

Van der Voort sieht darin eine Lücke zwischen den Zielen der Unternehmen und den heute verfügbaren Strukturen. Wer diese Lücke zuerst schließe, könne sich laut der von OnlineMarketing.de wiedergegebenen Einschätzung einen erheblichen Vorteil verschaffen.

Infobox: Unternehmen erwarten bis Ende 2026 einen Anteil von 57 Prozent internationaler Neueinstellungen außerhalb des Landes, in dem sie hauptsächlich tätig sind. Gleichzeitig wünschen sich 82 Prozent der Befragten einfachere und risikoärmere Bedingungen für internationale Einstellungen.

Quellen:

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